Huawei plant 5G-Fabriken in Europa

Huawei stellt sich in Europa und Nordamerika anders auf. Die chinesische Firma plant zum einen, das Forschungszentrum aus den Vereinigten Staaten nach Kanada zu verlagern. Dies sagte Ren Zhengfei, der Gründer von Huawei, in einem Interview mit der kanadischen Zeitung 'Globe and Mail'.
 
Huaweis "Zentrum für Forschung und Entwicklung wird aus den USA ausgelagert und nach Kanada verlegt", sagte Ren und fügte hinzu, dass das Unternehmen auch einige Mobilfunkgeräte ausserhalb Chinas herstellen werde.
 
Zudem will Huawei in Europa 5G-Netzwerk-Geräte mit neuen Fabrikkapazitäten herstellen, berichtet 'Reuters'. Mit dem Ausbau hofft man, Ängste zu zerstreuen, dass Huawei-Produkte von China zur Spionage eingesetzt werden könnten, wie die USA behaupten.
 
Beweise für die Vorwürfe legten die USA bis anhin keine vor, dennoch wird das Thema seit Monaten weltweit diskutiert.
 
Huawei soll in diversen europäischen Ländern 5G-Infrastruktur aufbauen, darunter sind die Schweiz, Italien oder auch Grossbritannien. Die Positionen der europäischen Länder und der EU sind nicht einheitlich. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert eine gemeinsame EU-Position zu 5G und der Rolle Huaweis.
 
Merkel sagte laut 'Bloomberg' kürzlich, die Sicherheitsstandards für 5G-Technologie in Deutschland sollten höher angesetzt werden als bei den Vorgänger-Standards. Sie bekräftigte aber ihre Ansicht, dass einzelne Anbieter wie Huawei nicht "von Anfang an" verboten werden sollten. "Ich vertraue darauf, dass wir hohe Sicherheitsstandards definieren, die höher sind als bei 4G, 3G und 2G, aber nicht darauf, Anbieter von Anfang an auszuschliessen", sagte Merkel in einer Rede.
 
In der Diskussion um einen Huawei-Bann hiess es regelmässig, 5G-Netze in Europa könnten eigentlich nur mit Hilfe der Chinesen aufgebaut werden, weil die europäischen Huawei-Konkurrenten Nokia und Ericsson gar nicht über die notwendigen Kapazitäten verfügten. Ausserdem könnten die Europäer nicht technologisch mit Huawei mithalten. Der Lateinamerika- und Europachef von Ericsson, Arun Bansal, wies dies zurück. (mag)