Die Channel-Woche:

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 48 für Diskussionsstoff im Schweizer Channel.
 
"Partner drehen nicht einfach den Schalter um"
Oracle lanciert ein komplett neues Partnerprogramm, das in der Schweiz am 1. Dezember ausgerollt wird. Die hiesige Channel-Verantwortliche, Sandhya Prabhu, erklärte uns die Konsequenzen. Das heutige Programm sei "unübersichtlich und nicht mehr nachzuvollziehen", sagte Prabhu, weshalb man es auf den Kopf gestellt habe. Es soll nun einen vereinfachten, gestrafften und konsistenten Rahmen geben, der es Partnern ermöglicht, das auszuwählen, worin sie gut seien, um von dort aus zu weiter wachsen zu können. Das neue Programm verlange einen "Cloud first"-Fokus und sei in die Tracks namens "Build", "Sell", "Services" und "License & Hardware" strukturiert. Firmen seien heute agiler unterwegs und wollten auf das Wesentliche fokussieren und den Rest auslagern, so die Channel-Chefin. Es gehe aber nicht rein um Cloud, "On-Premises ist auch Teil des neuen Programms, die Zukunft ist hybrid."
 
Exklusiv! Kehrtwende im Open-Source-Debakel von Bern
Dass die Stadt Bern für die neue Schulinformatik auf Open-Source-Lösungen setzte, gab schon letztes Jahr zu reden. Das Projekt "Base4Kids2" hatte einen holprigen Start, was die Lehrer der Stadt Bern veranlasste, sich in einem offenen Brief über Probleme mit Software, Hardware und Netzwerk zu beschweren. Nun reagierte das Schulamt. Der Start von "Base4Kids2" sei nicht geglückt. Insbesondere die App Collabro, welche als Open-Source-Lösung anstelle von Word, Excel und Powerpoint eingesetzt werde, bereite Sorgen. Das Schulamt entschuldigt sich, dass die Schwierigkeiten die Spezialisten Medien und Informatik (SMI) "über alle Massen belastet und den Unterricht beeinträchtigt" hätten. Und das Amt vollzieht eine schlichte Kehrtwende: "Wir werden noch vor Jahresende auf der Informatikplattform von Base4kids2 die Apps für Microsoft Word, Excel und Powerpoint aufschalten", heisst es.
 
Rein in die Cloud, raus aus der Cloud
Eine Befragung von Nutanix unter IT-Entscheidern zur Nutzung von IT-Infrastrukturen liefert ein durchaus überraschendes Ergebnis: Zum Zeitpunkt der aktuellen Umfrage Mitte 2019 scheinen die Befragten wieder vermehrt traditionelle Rechenzentren genutzt zu haben. Und zwar ganz entgegen der Mitte 2018 geäusserten Absichten. Damals ging knapp die Hälfte der Befragten davon aus, dass ihre Nutzung traditioneller RZ-Ressourcen 2019 zurückgehen werde, zugunsten von Public Cloud oder Multi Cloud. Stattdessen stieg der Anteil der RZ-Nutzer per Mitte 2019 um 12 Prozent, während der Anteil der Hybrid-Cloud-Nutzer um 5,4 und der der Multi-Cloud-Nutzer um 1,5 Prozent sank. Dabei handle es sich aber wohl um ein vorübergehendes Phänomen, glauben die Studienautoren. Denn grundsätzlich sehen sich die Befragten weiter auf dem Weg in die Cloud, mehrheitlich basierend auf einer Hybrid-Cloud-Infrastruktur.
 
Finnova: Neue Strategie, neuer Kunde für as-a-Service-Plattform
Die unabhängige Vorsorgeplattform Liberty hat ihr bisheriges System durch die Finnova Banking Software (FBS) ersetzt. Die Migration wurde in drei Phasen – Stammdaten, Transaktionen und Reporting – zwischen April und 18. November 2019 durchgeführt. Der Schweizer Softwarehersteller will künftig neben Banken vermehrt auch Versicherungen, Vorsorgeunternehmen und externe Vermögensverwalter als Kunden gewinnen. "Es freut uns, dass wir uns im Evaluationsprozess gegen spezialisierte Anbieter erfolgreich durchsetzen konnten und mit Liberty ein erstes Vorsorgeunternehmen auf unserer Business-Solutions-as-a-Service-Plattform läuft", sagte Finnova-CEO Hendrik Lang.
 
HP wird langsam hässig auf Xerox
Xerox hält weiterhin an seinem Plan zur Übernahme von HP fest, und dies führt zu erhöhten Spannungen zwischen den beiden Unternehmen. Falls HP nicht einer gegenseitigen Due Diligence zustimmen werde, werde man sich mit der 30 Milliarden schweren Offerte direkt an die Aktionäre wenden. Dies würde eine feindliche Übernahme bedeuten, bei der beide Seiten um die Gunst der Aktionäre buhlen. HP wird das Ultimatum von Xerox nicht befolgen. In einem Antwortbrief lehnte der CEO Enrique Lores das Angebot von Xerox ein weiteres Mal rundweg ab. Der HP-Verwaltungsrat finde den angebotenen Preis deutlich zu tief und Xerox müsste sich hoch verschulden. Lores kritisierte ausserdem die mangelnde Informationsbereitschaft: "Eure aggressiven Worte und Aktionen machen es klar, dass Xerox entschlossen ist, einen Zusammenschluss unter opportunistischen Bedingungen zu erzwingen, ohne adäquate Informationen herauszugeben."
 
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