Diskussion um Auswirkungen der 5G-Strahlung geht weiter

Nach rund einjähriger Arbeit hat eine über 20 Mitglieder starke Arbeitsgruppe im Auftrag des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) einen "Bericht Mobilfunk und Strahlung" vorgelegt.

Auftrag der Arbeitsgruppe war, Fakten im Hinblick auf den zukünftigen Ausbau der Mobilfunknetze zusammenzufassen und Optionen aufzuzeigen. "Es ging also nicht darum, über die Einführung von 5G-Netzen zu entscheiden oder wissenschaftliche Forschung zu gesundheitlichen Aspekten durchzuführen", wird vom UVEK betont.

Vielmehr müssen "5G-Mobilfunkantennen, die derzeit erstellt werden, die geltenden Vorsorgegrenzwerte (Anlagegrenzwerte) der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) einhalten", teilt das Bundesamt weiter mit. Anhand des Berichts werde nun im UVEK über das weitere Vorgehen entschieden.
 
Insbesondere bei der Bewertung der Gesundheitsrisiken wird in dem Bericht die schlechte Datenlage hervorgehoben. Es fehle an aktuellen Studien und Forschungen an Menschen. Somit, wird im Bericht öfter wiederholt, sei eine einheitliche Risikoeinschätzung derzeit kaum möglich. Um eine verlässlichere Entscheidungsbasis zu erhalten, soll nun erst einmal ein NIS-Monitoring aufgebaut werden. Geplant ist zudem, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung und das Erfahrungswissen zu gesundheitlichen Auswirkungen laufend zu erfassen und zu bewerten.
 
Erst dann könne "mithilfe der zu gewinnenden Daten und Erkenntnisse ein wesentlicher Beitrag zur Versachlichung der Diskussion geleistet werden", heisst es in dem Bericht.
 
Angesichts dieser Situation verwundert eine Mitteilung des Branchenverbands Asut. Heisst es dort doch, der Bericht bestätige, dass der Einführung von 5G aus gesundheitlicher Sicht nichts entgegenstehe. Befürchtungen und Bedenken zu den Risiken des Mobilfunks hätten sich nicht erhärtet. Die Mobilfunkbranche erwarte vielmehr, dass Kantone und Gemeinden Bewilligungsgesuche für den 5G-Ausbau zügig behandeln, so Asut.
 
Beim Verband beruft man sich auf verschiedene technische Optionen, die im Bericht zum 5G-Angebot im Aussen- und Innenbereich diskutiert worden sind. Je nach Variante könnte ein leistungsfähiges 5G-Netz flächendeckend innerhalb weniger Jahre oder aber mit einigen tausend zusätzlichen Antennenstandorten innerhalb von 10 bis 20 Jahren realisiert werden. Die Investitionskosten betragen nach Schätzungen der Branche zwischen einer und drei Milliarden Franken. Allerdings wären hierbei auch höhere Anlagengrenzwerte in Kauf zu nehmen.
 
In der Diskussion sind aber auch deutlich teurere Varianten. So ist als eine Option die Beibehaltung der heutigen Anlagegrenzwerte vorgeschlagen worden. Für ein leistungsfähiges 5G-Netz wären dann rund 26'000 zusätzliche Antennenstandorte nötig. Die Investitionskosten werden auf knapp acht Milliarden Franken geschätzt. Für eine weitere Variante werden gar 46'000 neue Standorte nötig, die Kosten belaufen sich auf geschätzte 13 Milliarden Franken.
 
Abzuwarten bleibt nun die Entscheidung des UVEK über das weitere Vorgehen. (Keystone-sda/vri)