Finnova: Neue Strategie, neuer Kunde für as-a-Service-Plattform

Die unabhängige Vorsorgeplattform Liberty hat ihr bisheriges System durch die Finnova Banking Software (FBS) ersetzt. Dies meldet der Lenzburger Banken-Software-Hersteller.
 
Die Migration wurde in drei Phasen – Stammdaten, Transaktionen und Reporting – zwischen April und 18. November 2019 durchgeführt.
 
"Es freut uns, dass wir uns im Evaluationsprozess gegen spezialisierte Anbieter erfolgreich durchsetzen konnten und mit Liberty ein erstes Vorsorgeunternehmen auf unserer Business-Solutions-as-a-Service-Plattform läuft", lässt sich Hendrik Lang, CEO von Finnova, zitieren.
 
In dieser Aussage stecken zwei interessante News.
 
Erstens verfolgt Finnova eine neue Strategie: Das Unternehmen will neben Banken auch Versicherungen, Vorsorgeunternehmen und externe Vermögensverwalter als Kunden gewinnen. Dies dürfte den IT-Dienstleister Msg Systems freuen, zu dessen Kernbranchen Versicherungen gehören und der seit 2015 Mehrheitsaktionär von Finnova ist.
 
Zweitens gewinnt die Finnova-Plattform "Business Solutions as a Service" (BSS) an Fahrt. Liberty sei der erste Vorsorge-Kunde im Rahmen der neuen Strategie, bestätigt eine Finnova-Sprecherin auf Anfrage. "Wir haben allerdings schon eine Bank produktiv im BSS-Modell und zwar die Privatbank van Lanschot."
 
Und wieso setzt Liberty auf eine Banking-Lösung und konnte sich FBS durchsetzen? "Auch Vorsorgeunternehmen benötigen 'gewisse' Banking Funktionalitäten – unter anderem Portfolio-Management, Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen und Corporate Actions. Wettbewerber waren primär Portfolio-Management-Provider, welche die gesamtheitlichen Bedürfnisse nicht in vollem Rahmen abdecken konnten. Mit dem gewählten Ansatz, Teile der FBS as a Service zu beziehen, kann die Liberty aber ihr Geschäftsmodell erweitern. Ebenfalls wäre der Aufwand gering, sollte Liberty eines Tages beispielsweise noch ein E-banking einsetzen wollen", so die Finnova-Sprecherin.
 
In diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick auf BSS, ein Angebot, das auf der Corporate Website der Lenzburger nicht klar ersichtlich ist. "Das 'Business Solutions as a Service'-Angebot wird einerseits als mandantenfähiger SaaS-Turm zum Betrieb der Kernbankenlösung 'Finnova Core Suite' eingesetzt. Gleichzeitig haben wir eine 'Open Platform as a Service' aufgebaut, welche es ermöglicht, Front-End-Applikationen auf OpenShift-Technologie schnell und einfach für unsere Kunden zu integrieren und zu betreiben. Beide Komponenten bilden das BSS-Modell", präzisiert die Sprecherin.
 
Basis des BSS-Betriebsmodells ist eine Private Cloud Solution. "Wir unterhalten dedizierte Finnova-Server, auf welchen die verschiedenen Komponenten (Finnova Core Suite und Open Platform as a Service) betrieben werden. Unsere Private Cloud ist ausschliesslich für Finnova-Kunden zugänglich und ist mit entsprechenden 'Security Layers' ausgestattet, welche dem gewohnten und geforderten Bankenstandard entsprechen." (Marcel Gamma)