PCs: HP floriert, Dell warnt, Intel entschuldigt sich

Viele PC-Hersteller ärgern sich gegenwärtig über anhaltende Nachschubschwierigkeiten ihres Hauptlieferanten Intel. Dieser kann vor allem gewisse noch im 14-Nanometer-Verfahren gefertigte CPUs der unteren Preisklasse nicht in genügender Menge liefern. Intel hatte dies bereits vor einem Monat eingeräumt. In einem offenen Brief an Partner entschuldigte sich der Chipriese letzte Woche ein weiteres Mal für die immer noch anhaltenden Lieferschwierigkeiten. Man habe dieses Jahre Rekordinvestitionen getätigt, sowohl in die Erhöhung der 10-Nanaometer- als auch der 14-Nanaometer-Fertigungsanlagen. Aber die Nachfrage habe auch die gesteigerten Herstellungskapazitäten überschritten.
 
Der weltweit grösste PC-Hersteller, HP, scheint aber davon zumindest bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein. Insbesondere dank eines florierenden PC-Geschäfts stieg der Gesamtumsatz geringfügig auf 15,41 Milliarden Dollar und lag damit über den Erwartungen der Analysten von 15,25 Milliarden Dollar.
 
Die Umsatzsteigerung erreichte das Unternehmen vorwiegend mit dem Verkauf von Notebooks und Laptops. In der Sparte konnte HP im vierten Quartal den Umsatz um 3,6 Prozent auf 10,43 Milliarden Dollar steigern.
 
Schwächen im Druckergeschäft drückten jedoch auf den Gewinn: Der Umsatz der Druckersparte ging um 6 Prozent auf 4,98 Milliarden Dollar zurück. Der Nettogewinn fiel im Quartal zum 31. Oktober auf 388 Millionen Dollar von 1,45 Milliarden Dollar im Jahresvergleich.
 
Probleme für Dell
Anders dagegen Dell, einer der Hauptkonkurrenten von HP im PC-Geschäft. Dell musste wegen der Lieferprobleme trotz guter Nachfrage seine Umsatzprognose herunterschrauben.
 
Allerdings ist dies nicht das einzige Problem für Dell. Im Serverbereich sind es die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China die das Geschäft belasten, Sowohl in China als auch bei bei grossen Kunden sei die Nachfrage im dritten Quartal deutlich gesunken, so Dell.
 
Nun werde der Umsatz für das laufende Geschäftsjahr (bis Anfang Februar 2020) zwischen 91,8 und 92,5 Milliarden US-Dollar betragen, teilte Dell Technologies mit. Im Sommer war der Konzern noch von 93 bis 94,5 Milliarden Dollar ausgegangen.
 
Für das dritte Geschäftsquartal konnte Dell aber im Gegensatz zu HP trotzdem einen leicht gestiegenen Umsatz vermelden. 22,9 Milliarden Dollar bedeuten ein Plus von 1,2 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. (hjm, mit Material von Keystone-sda)