HSLU startet "Data Privacy Community"

Mit Verunsicherungen bei den hiesigen KMU in Sachen Datenschutzverordnung (DSGVO) der EU und der anstehenden Revision des Eidgenössischen Datenschutzgesetzes begründet die Hochschule Luzern die Notwendigkeit des soeben lancierten Vereins "Data Privacy Community". Versprochen wird laut einer Mitteilung, die drängendsten Fragen aller Beteiligten zu klären und die Schweiz in Datenschutzfragen einen Schritt nach vorne zu bringen.

Man fördere Kenntnisse über den Datenschutz und unterstütze Unternehmen und Organisationen bei der Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen, heisst es weiter. Als Kernaufgaben werden der einfache Zugang zu Wissen und Informationen genannt, die Weiterbildungen im Bereich Datenschutz und die Vernetzung zwischen Personen, die sich mit den rechtlichen und technischen Aspekten und Perspektiven des Datenschutzes befassen. Ausserdem will der Verein als Ansprechpartner für die Politik, Unternehmen und weitere Organisationen fungieren sowie die internationale Zusammenarbeit vorwiegend in der DACH-Region übernehmen.

Die Präsidentschaft des Vereins hat Jérôme Egli von Swica übernommen, wo er als Data Privacy Officer arbeitet. Ihm zur Seite steht als Vize-Präsidentin Ursula Sury, die den Verein initiiert hat und als Datenschutzexpertin und Vizedirektorin am Departement Informatik der HSLU amtet. Ziel sei es, den "Verein zu einer führenden Schweizer Plattform im Datenschutz entwickeln", so Sury, die auch Rechtsanwältin ist und einige Jahre als Datenschutzbeauftragte des Kantons Wallis gewirkt hat.

Laut der Initiatorin handelt es sich um eine "niederschwellige, pragmatische Lösung für Fachleute, die sich aktiv einbringen wollen", und es soll gerade keine "Standesorganisation" aufgebaut werden. Man adressiere alle, die im Bereich Datenschutz tätig und an einem professionellen Austausch interessiert seien, fügt sie an. Beabsichtigt sei, eine "praxisbezogene Gemeinschaft, eine Community of Practice" zu etablieren. Dazu nutze der Verein das Crowdsourcing-Prinzip, also die "Weisheit der Vielen", wie Sury erklärt.

Hervorgegangen ist die Idee zur Gründung des Vereins aus den Erfahrungen, die Sury im Rahmen des berufsbegleitenden Weiterbildungsprogramms, dem CAS Data Privacy Officer, an der HSLU gesammelt hat. Hier sei ein Netzwerk entstanden, in dem man sich intensiv austausche. Diese "hochmotivierte Gruppe" habe ihr gezeigt, dass die HSLU beim "Datenschutz noch mehr Schützenhilfe leisten" könne.

Derzeit sei man auf der Suche nach Mitgliedern und Sponsoren, erklärt auf Anfrage Gordana Fidalgo, die an HSLU die Administration des Fachbereichs Informatik leitet. Dort ist auch die Geschäftsstelle des Vereins angesiedelt. Wer Mitglied werden will, ist mit 150 Franken pro Jahr dabei, wie Fidalgo bestätigt. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Vereins. (vri)