Docker verkauft Enterprise-Bereich und gibt sich neuen CEO

Docker hat seinen Enterprise-Bereich mit Enterprise Engine, Trusted Registry, Universal Control Plane und CLI an Mirantis verkauft. Der kalifornische Kubernetes-Spezialist holt sich damit 300 Mitarbeiter von Docker ins Haus. Zudem übernimmt die Firma rund 750 Kunden, die Partner-Programme sowie die Tech-Allianzen, wie aus einer Mittelung hervorgeht. Wie viel Mirantis dafür bezahlen musste, kommunizieren die Unternehmen nicht.
 
Mirantis will mit der Übernahme die Vision von Kubernetes-as-a-Service mit einer konsistenten Erfahrung für Entwickler auf jeder Cloud- und On-Prem-Infrastruktur beschleunigen, wie es in der Mitteilung heisst. Das Unternehmen, das vor der Transaktion nach eigenen Angaben rund 400 Angestellte zählte, will sich als Alternative zu VMware und Red Hat aufstellen. Diese werden von Mirantis als "Lock-in-Plattformen" bezeichnet.
 
Die Container-Orchestrierungslösung Swarm aus dem Hause Docker ist damit bald Geschichte. Denn Mirantis will auf Kubernetes setzen. Man biete derweil noch zwei Jahre Unterstützung für Swarm und wolle zudem den Übergang zu Kubernetes vereinfachen, heisst es.
 
Docker seinerseits will sich auf Werkzeuge für Entwickler konzentrieren. Diese seien tief im eigenen Erbe verwurzelt, wie CEO Rob Bearden in einer Mitteilung festhält. Man habe zwei sehr unterschiedliche Geschäftsbereiche mit unterschiedlichen Finanzmodellen erkannt. "Dies führte zu der Entscheidung, das Unternehmen neu zu strukturieren und die beiden Geschäftsbereiche zu trennen", so Beard weiter.
 
Beard sitzt erst knapp ein halbes Jahr auf dem Chefsessel von Docker. Und er gibt diesen nun bereits wieder ab: Der bisherige Chief Product Officer Scott Johnston übernimmt. Man habe damit den richtigen Mann für die neue Firmenstruktur gefunden, heisst es von Beard.
 
"Die Erfüllung der Bedürfnisse von Entwicklern war von Anfang an das Herzstück von Docker. Sie wollen die Freiheit, ihre eigenen Tools auszuwählen, die Flexibilität, neue Technologien schnell auszuprobieren und die Möglichkeit, ihre Anwendungen überall und unabhängig von der zugrunde liegenden Infrastruktur einzusetzen", sagte Johnston zu seinem künftigen Fokus. Konkret sollen Docker Desktop sowie Docker Hub ausgebaut werden.
 
Docker hat dafür 35 Millionen Dollar an frischem Kapital gesammelt. Noch im Oktober hiess es, dass das Unternehmen dringend frisches Geld brauche. Profitabel war der Container-Spezialist bislang nicht. (ts)