Der Weg von Ispin nach Europa

Gründer Marco Marchesi (l.) und CEO Antonio Sirera (r.) feiern das 20-jährige Ispin-Bestehen.
Warum und wie Ispin ein europäischer Security-Player werden will, erklärten Gründer Marco Marchesi und CEO Antonio Sirera anlässlich des Firmenjubiläums.
 
Der Security-Spezialist Ispin feiert sein 20-jähriges Bestehen. Anlässlich des Firmenjubiläums haben CEO Antonio Sirera sowie Gründer Marco Marchesi Einblick in die Unternehmensstrategie gegeben. Der Markt der Cyber-Security-Anbieter sei stark fragmentiert. Es gebe in Europa eine Vielzahl kleinerer Anbieter, die zwar kleine Kunden bedienen können oder sich auf spezifische Bereiche spezialisiert haben. Aber, so Marchesi, als kleiner Anbieter könne man die Security-Bedürfnisse mittlerer oder grösserer Kunden nicht mehr erfüllen. Ausserdem habe sich die Bedrohungslage verschärft und der Cybercrime-Markt professionalisiert.
 
Aus diesen Gründen hat Marchesi vor gut einem Jahr mit Hilfe des Investors Capiton die Cymbiq Group gegründet, die er als CEO führt. Ziel: Mit Ispin als Nucleus zu einem europäischen Security-Dienstleister anwachsen und die Konsolidierung im Markt antreiben. "Swissness" sei auch im Security-Markt ein Gütesiegel, ging aus dem Gespräch hervor. Als Schweizer Anbieter sei man in einer guten Position bei europäischen Kunden, so Marchesi, denn diese wollten sich nicht auf amerikanische oder chinesische Anbieter verlassen.
 
Seit der Gründung von Cymbiq wurden auch schon erste Übernahmen getätigt. Mit dem Zukauf von Anovis kam der Markteintritt nach Österreich. "Zeitnah", so der Cymbiq-CEO, werde es sicher mehr zu hören geben. Mit welchen Firmen in welchen Ländern die Gruppe in Gesprächen ist, wollte Marchesi nicht verraten. Ziel sei, "schnell führend in Zentraleuropa" zu werden. Vereinzelt führe man auch Gespräche mit Firmen über die DACH-Region hinaus.
 
Als potenzielle Übernahmekandidaten betrachtet Cymbiq Firmen, die entweder einen Kundenzugang haben, wo Ispin Leistungen erbringen könne, oder solche, deren Portfolio das eigene ergänze. Gesucht seien nicht Produkthersteller, sondern Cyber Security Service Provider. Auch kulturell müsse es stimmen, betonte Marchesi.
 
Nicht nur durch Übernahmen, sondern auch aus eigener Kraft wachse Ispin. "Wir sind dazu verdammt zu wachsen", sagte Ispin-CEO Sirera. In den letzten sechs Jahren habe das Unternehmen die Mitarbeiterzahl auf 90 Angestellte verdoppeln können.
 
Aber, der Mangel an Security-Spezialisten sei eine grosse Herausforderung. Da helfe es, als Unternehmen eine gewisse Grösse zu haben. Dies erlaube es Ispin, die eigenen Leute aus- und weiterbilden zu können. Sirera hob in diesem Zusammenhang die Public-Private-Partnerschaft mit dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hervor. Der erste Cyber-Lehrgang des VBS sei abgeschlossen worden und Ispin habe drei Absolventen einstellen können. (Katharina Jochum)