Container, Demokratie und Marge an der VMworld

Pat Gelsinger und Joe Beda auf der grossen Bühne in Barcelona. (Bild: ts)
In Barcelona sprach VMware-CEO Pat Gelsinger viel über Kubernetes. Alps-Chef Thomas Krieg hatte auch eine Botschaft an die hiesigen Partner.
 
Die meisten Besucher, die wichtigste Zeit für Entwickler und ein grosses Versprechen. VMware-CEO Pat Gelsinger geizte an der VMworld in Barcelona nicht mit Superlativen. So unterstrich er während seiner Keynote vor rund 14'000 Besuchern sein Versprechen, dass man alle Devices mit allen Applikationen auf allen Clouds abdecken werde. Ein wichtiges Werkzeug auf diesem Weg soll Kubernetes werden, wie bereits an der US-Ausgabe der VMware-Hausmesse angekündigt worden war.
 
Das Container-Orchestrierungssystem war dann auch wichtiges Thema auf der Hauptbühne. Dabei sprang dem VMware-Chef Joe Beda zur Seite, der mit der Akquisition des Kubernetes-Spezialisent Heptio ins Boot geholt worden war. Der ehemalige CEO des Startups und Mitbegründer von Kubernetes, nannte die Open-Source-Software nicht einfach ein System zur Orchstrierung von Container-Anwendungen, sondern sprach von Freejazz.
 
Wer das Genre ein kleines bisschen kennt, weiss wie schwer zugänglich es für das ungeübte Ohr ist. VMware tritt nun nach eigenen Angaben an, um dies zu ändern – im Fall von Kubernetes versteht sich. Man wolle das System nämlich demokratisieren, versprachen Gelsinger und Beda, mittlerweile Principal Engineer bei VMware, unisono
 
Das "Project Pacific" soll dies ermöglichen. In diesem Projekt soll vSphere in eine Kubernetes-native Plattform verwandelt werden. Mit deren Hilfe könnten dann VMs und Container unter einer einheitlichen Kubernetes-Plattform erstellt, betrieben und gemanagt werden. vSphere-Admins dürfen laut Vmware auf ihnen bekannte Tools zählen und Kubernetes- und Container-Infrastrukturen überall dort bereitstellen und verwalten, wo vSphere läuft.
 
Hier gab es dann in Barcelona auch eine echte Neuigkeit: Das Projekt, das in den USA angekündigt wurde, sei nämlich bereits mit ersten ausgewählten Kunden in die Betaphase gestartet. Es habe für das Programm eine überwältigende Kundennachfrage gegeben, erklärte Ray O'Farrell, Executive Vice President von VMware. Entsprechend soll es noch dieses Jahr erweitert werden.
 
Viel Nachfrage gebe es auch nach Tanzu Mission Control, das ebenfalls als Beta ausgerollt wurde: Damit sollen Kubernetes-Cluster von einem einzigen Kontrollpunkt aus verwaltet werden können, unabhängig davon, wo sie laufen. Einiges Know-How dafür hat sich VMware dieses
Wir trafen Alps-Chef Thomas Krieg am Rande der VMworld zum Gespräch. (Bild: ts)
Jahr auch mit dem Kauf von Pivotal und Bitnami ins Haus geholt.
 
"Kunden haben positiv auf unsere ganzheitliche Vision für VMware Tanzu und Project Pacific reagiert", sagte Ray O'Farrell. Da sich in der Schweiz viele Kunden intensiv mit Container-Technologie auseinandersetzen würden, sei auch hier die Nachfrage nach dem neuen Portfolio sehr gross, erklärte Alps-Chef Thomas Krieg im Gespräch mit inside-channels.ch. Einen Teilnehmer am Beta-Programm aus der Schweiz könne er aber nicht nennen.
 
An die Partner: Mehr Marge für Spezialisten
VMware verkündete auch eine VMware Cloud Native Master Services Competency an. Diese ist für jene Partner gedacht, die eine Kubernetes-basierte Plattform entwickeln, die von ergänzenden Technologien aus dem nativen Ökosystem der Cloud unterstützt wird. Partner im Cloudumfeld werden – passend zur Strategie von VMware – generell immer wichtiger.
 
Bekanntlich hat VMware für 2020 auch ein neues Partnerprogramm angekündigt. Der Umsatz werde wichtig bleiben, aber die Kompetenzen sollen mehr honoriert werden. So sollen höher spezialisierte Partner höhere Margen verbuchen können, wie Krieg betonte. Dafür sieht das Programm drei Stufen vor.
 
Das neue Programm soll eine konsistente Erfahrung bieten und zugleich flexibel bleiben, heisst es aus dem Hause VMware. Bislang habe man positive Rückmeldungen von Schweizer Partnern erhalten, sagte der Alps-Chef.
 
Krieg zeigte sich mit seiner bislang halbjährigen Amtszeit zufrieden: Man sei gut unterwegs, der Markt entwickle sich aber ständig. Partnerseitig höre man gutes. Dem pflichtete CEO Gelsinger einige Stunden zuvor vor den Medien quasi zu: "Alles ist partnerfreundlich." Man arbeite an der Vereinfachung des Portfolios, das man mit den Akquisitionen erweitert habe, genau dies sei es, was die Partner wünschen würden. (Thomas Schwendener, Barcelona)
 
Interessenbindung: VMware hat dem Autoren Flug und Unterkunft in Barcelona bezahlt.