Management-Buy-Out bei BitHawk

Die frühere Bison IT Services – neu BitHawk – wechselt den Besitzer. CEO Oliver Schalch erklärt warum und was sich ändert.
 
Die frühere Bison IT Services heisst erst seit Anfang 2019 BitHawk. Nun hat der Inhaber, Peter Pfister, den IT-Dienstleister verkauft. Dies meldet die 'Luzerner Zeitung' und auf Anfrage von inside-channels.ch bestätigt CEO Oliver Schalch den Bericht.
 
Es handelt sich demzufolge um die Nachfolgeregelung des 62-jährigen Peter Pfister, der bis anhin alle Aktien besass. Bei den neuen 100-Prozent-Inhabern handelt es sich um das langjährige bisherige Management, CEO Oliver Schalch, COO Sven Jost, CDO Terrence Schweizer und CFO Christian Nguyen. Sie bilden zusammen mit dem Rechtsanwalt Andreas Glanzmann auch den Verwaltungsrat.
 
Pfister sei mit seinen Verkaufsplänen an sie herangetreten, erklärt Schalch, und sie hätten sich für das Management-Buy-Out entschieden: "Wir denken, wir sind ein super Team, das Bithawk erfolgreich weiterentwickeln kann", so Schalch. Ergänzend erklärte ein Sprecher der 'Luzerner Zeitung': "Die Möglichkeit, die Firma an ein etabliertes, langjähriges Management zu verkaufen, betrachtet Pfister als Chance, die Firma optimal in die Zukunft zu führen."
 
Zum Kaufpreis für das Unternehmen wurde Stillschweigen vereinbart. Unter den neuen Besitzern scheidet auch Rudolf Fehlmann nach über neun Jahren als Verwaltungsrat der Firma aus.
 
Auf die Frage nach Änderungen erklärt der neue und alte CEO Schalch, es gebe keine strategischen oder organisatorischen Änderungen.
 
Die BitHawk AG beschäftigt rund 200 Mitarbeitende. Der Hauptsitz ist in Sursee, weitere Standorte befinden sich in Basel, Bern und Winterthur.
 
Turbulente Geschichte von Comparex, Bison und BitHawk
BitHawk hiess seit 2010 Bison IT Services und entstand aus den damaligen Verantwortlichen der beiden Surseer IT-Dienstleister Comparex Schweiz und Bison. Bison IT Services war bei der Gründung in umstrittene Massenkündigungen und Arbeitgeberwechseln verwickelt. Sie war von Beginn an im Besitz von Peter Pfister.
 
Die als "Comparex-Affäre" bekannt gewordenen Vorgänge resultierten in einem juristischen Nachspiel, das teilweise bis heute andauert. Die in die "Comparex-Affäre" verwickelten Schalch und der damalige Bison-CEO Fehlmann wurden im September 2016 vom Luzerner Kriminalgericht der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen. Beide Urteile sind jedoch nicht rechtskräftig, denn Schalch und Fehlmann haben Berufung eingelegt. Die beiden Fälle sind laut 'Luzerner Zeitung' beim Kantonsgericht hängig. Ein BitHawk-Sprecher sagte der Zeitung, das Management-Buy-Out habe nichts mit dem laufenden Verfahren zu tun. (mag)