VBS beschafft für rund 50 Millionen Franken Multimedia-Ausrüstung

Zur Beschaffung von Multimediaausrüstungen für die Gruppe Verteidigung (MMA V) hatte das VBS entschieden, in Zukunft nur noch einen einzigen Rahmenvertrag mit einem Anbieter abzuschliessen. Das ist der Ausschreibung vom April zu entnehmen, auf die drei Angebote zwischen 43,3 und 57,8 Millionen Franken eingangen sind. Jetzt ist der Zuschlag erfolgt. Die kommenden sieben Jahre wird für rund 50,6 Millionen Franken der in Kehrsatz bei Bern ansässige Spezialist für Medien- und Kommunikationslösungen Kilchenmann die benötigten Multimedia-Systeme inklusive Dienstleistungen liefern.
 
Kilchenmann ist kein Neuling im VBS, arbeitet vielmehr schon seit Jahren im Bereich MMA für die Armee, wie etwa die Beschaffung erweiterter Funktionen eines "MMA Technik Koordinator Multimediaausrüstungen" von 2016 belegt.
 
Begründet worden ist der Entscheid für nur einen Lieferanten mit dem hohen Koordinationsaufwand bei der MMA-V-Beschaffung. Ausserdem wurde darauf hingewiesen, dass sich künftig das jährliche Auftragsvolumen "im Vergleich zu jetzt erhöhen wird". Laut der VBS-Beschaffungsstelle Armasuisse setzt man aber "weiterhin auf eine Modularisierung und weiterführende Standardisierung der Multimedia-Systeme". Demnach haben für die Raumausstattung vier verschiedene Module zur Verfügung zu stehen, "welche jeweils angepasst auf die Raumgrösse bestimmte Grundkonfigurationen beinhalten". Zudem "können mit jeder Bestellung eines Moduls optionale Komponenten mitbestellt werden".
 
In ihrem 'Armafolio' genannten Hausheft hatte Armasuisse das Beschaffungsprojekt im Juni vorgestellt. Laut dem Bericht reicht diese Beschaffung konkret "vom mobilen Beamer, Fernseher, SAT TV-Anlagen, Displays über vier Standardmodule für einfache, mittlere und erhöhte Anforderungen bis hin zur Massenbeschaffung von mobilen Beschallungsanlagen, Megaphonen oder komplexen Audio-/Video-Systemen für Führungsräume".

Der Bericht erklärt ausserdem, dass sich die "grosse Anzahl von jährlichen Multimedia-Projekten und Aufträgen der Verteidigung nur durch eine weitere Standardisierung der Lösungssysteme, einer Reduktion der Industriepartner und dauernder Prozessoptimierung in der Beschaffung und Realisierung umsetzen" lässt.

Betont werden insbesondere die mit der Digitalisierung einhergehenden Herausforderungen: "Die Zukunft, die heute schon begonnen hat, wird möglicherweise aus Datenbrillen bestehen. Stichworte dazu sind Augmented Reality oder Virtual Reality, damit der Anwender direkt vor seinem Auge die benötigten Informationen präsentiert bekommt. Somit sind möglicherweise die grossformatigen Bild- und Videodarstellungen mit Videoprojektoren und Leinwänden passé. Ein zukünftiges Display wird wahrscheinlich eine Folie sein, die sich aufrollen oder zusammenfalten lässt."
 
Insgesamt sei es ein "logischer Entwicklungsschritt, die aktuellen Bedürfnisse mit neuen Strukturen, Prozessen und höherer Automatisierung zu realisieren". Als neue Strukturen werden zum Beispiel die konsequente Delegation der operativen, fachspezifischen und koordinativen Tätigkeiten an die Industrie bezeichnet, wobei die strategischen Compliance-Aufgaben aber in der Armasuisse bleiben. Die höhere Automatisierung, heisst es, werde "unter anderem durch die Anwendung von IT- Systemen mit Workflows, beispielsweise Gever/ActaNova und Webshop-Lösungen erreicht". (vri)