SoftwareOne gibt IPO-Pläne bekannt

Noch im laufenden Jahr will SoftwareOne an die Börse. Der IPO sei der "natürliche nächste Schritt" für das Unternehmen.
 
Der Nidwaldner IT-Berater und Lizenzspezialist SoftwareOne will sich voraussichtlich im vierten Quartal 2019 dem Publikum an der Schweizer Börse SIX öffnen. Die Gründungsaktionäre wollen zusammen den grössten Anteil am Unternehmen behalten, der Streubesitz soll gemäss Firmenchef Dieter Schlosser aber beachtlich sein.
 
Der geplante Börsengang sei ein "natürlicher nächster Schritt in der Entwicklung von SoftwareOne, um den Bekanntheitsgrad und das globale Profil weiter zu stärken", sagte CEO Schlosser heute vor den Medien. Mit dem Schritt solle auch der Zugang zum Kapitalmarkt erlangt werden. Welche Marktkapitalisierung das Unternehmen durch den Börsengang (IPO) anstrebe, liess Schlosser offen. Gemäss 'The Market NZZ' wird der Börsenwert von Experten auf gegen vier Milliarden Franken taxiert.
 
IPO aus bestehenden Aktien
Derzeit halten die Gründungsaktionäre Daniel von Stockar, René Gilli und Beat Curti zusammen rund 38 Prozent der Aktien. Die Investmentgesellschaft KKR, Aktionär seit 2015, hält derzeit circa 21 Prozent und Peruni Holding, der frühere Eigentümer von Comparex, hält rund 15 Prozent. Management und Mitarbeitende halten rund 10 Prozent und rund 16 Prozent gehören weiteren Aktionären.
 
Der IPO werde voraussichtlich nur bestehende Aktien von KKR, Peruni Holding, Mitarbeitenden und weiteren Aktionären umfassen, so die Mitteilung. Die Gründungsmitglieder wollen weiterhin den grössten Anteil der Aktien halten, während KKR beabsichtigt, "eine bedeutende Beteiligung zu behalten." Eine Kapitalerhöhung sei nicht vorgesehen.
 
SoftwareOne sei ein profitables und Cash generierendes Unternehmen, sagte CFO Hans Grüter. Das habe es ihm erlaubt, eine Dividende an die Aktionäre zu zahlen. Bisher seien 30 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet worden. Mit welcher Dividendenquote die künftigen Publikumsaktionäre rechnen können, wollte er nicht beziffern.
 
Weitere Übernahmen möglich
Nachdem per 31. Januar 2019 Comparex akquiriert wurde, sei das Unternehmen an weiteren Übernahmen interessiert, so Schlosser weiter. Dabei werde man opportunistisch vorgehen. Im Fokus stünden dabei kleinere Gesellschaften mit 50 bis 150 Mitarbeitenden.
 
In den vergangenen drei Jahren wuchs der Bruttogewinn – einschliesslich der per 31. Januar 2019 erworbenen Comparex – durchschnittlich um je um 13 Prozent auf zuletzt 724 Millionen Franken. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) verbesserte sich im gleichen Zeitraum um 42 Prozent auf 187 Millionen Franken.
 
Im gleichen Zeitraum stieg die bereinigte Ebitda-Marge der kombinierten Gruppe von 16 auf 26 Prozent. Auf Standalone-Basis erzielte SoftwareOne allerdings eine Marge von 33 Prozent. Mittelfristig werde aber eine bereinigte Ebitda-Marge in der Grössenordnung von 35 Prozent angepeilt, sagte CEO Schlosser.
 
2019 entfiel im ersten Halbjahr etwa ein Drittel des Bruttogewinns auf die DACH-Region, ein weiteres Drittel auf die übrige Region EMEA, 15 Prozent auf Nordamerika, elf Prozent auf Asien/Pazifik und acht Prozent auf Lateinamerika.
 
SoftwareOne sei in einem stark wachsenden Markt sehr gut positioniert, fügte Schlosser an. Das Unternehmen mit globalem Hauptsitz in Stans wurde im Jahr 2000 von Daniel von Stockar und Patrick Winter gegründet. Mittlerweile beschäftigt SoftwareOne rund 5300 Mitarbeitende in 90 Ländern und betreut eigenen Angaben zufolge 65'000 Kunden weltweit. (Keystone-sda/kjo)