Sunrise-Aktionär fordert Abwahl von Präsident Kurer

Bei Sunrise bläst der Firmenspitze ein immer eisigerer Wind ins Gesicht. Die Luxemburger Fondsgesellschaft Axxion fordert die Abwahl von Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und Verwaltungsrat Jesper Ovesen an der geplanten ausserordentlichen Generalversammlung im Herbst.
 
Das Begehren solle laut einem Axxion-Brief auf die Traktandenliste für die GV gesetzt werden, teilte Sunrise mit. Man prüfe diesen Antrag und werde zu gegebener Zeit antworten.
 
Die ausserordentliche Generalversammlung ist laut früheren Angaben für diesen Herbst geplant. Wichtigstes Traktandum soll die milliardenschwere Kapitalerhöhung sein, welche für den 6,3 Milliarden-Kauf der Kabelnetzbetreiberin UPC notwendig ist.
 
Gegen diesen Deal formierte sich zuletzt Widerstand. Insbesondere hatte sich Sunrise-Grossaktionär Freenet dagegen ausgesprochen, der rund ein Viertel der Aktien besitzt.
 
Axxion ist bislang nicht als Grossaktionär bei Sunrise in Erscheinung getreten. Die Gesellschaft muss aber mindestens 1 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals von Sunrise vertreten. Denn das ist laut den Statuten des Telekomkonzerns die Mindestschwelle für Aktionäre, um die Traktandierung eines Antrags an einer GV zu verlangen.
 
Zudem solle sich der aktivistische Investor Active Ownership Capital (AOC) aus Deutschland an Sunrise beteiligt haben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, wenn auch nur mit einer kleinen Beteiligung von unter drei Prozent. Es sei aber damit zu rechnen, dass sich AOC kritisch zur geplanten Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC durch Sunrise stellen werde. AOC stehe aber nicht hinter dem Antrag zur Abwahl der Verwaltungsräte.
 
Freenet: "Wir sind nicht allein"
Freenet-Chef Christoph Vilanek sieht sich nun in seiner Ablehnung der geplanten Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC durch Sunrise bestätigt. "Wir sind mit der Situation nicht zufrieden und es hat sich bereits in den vergangenen Wochen deutlich gezeigt, dass wir damit nicht allein sind", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur 'dpa-AFX'. Offensichtlich werde die Kritik an dem Deal nun deutlicher. (Keystone-sda/hjm)