Mitel Schweiz baut erneut Stellen ab

Beim UCC-Spezialisten Mitel Schweiz kommt es gemäss Gewerkschaftsangaben erneut zu einem Stellenabbau. Wie Syna per Communiqué mitteilte, sollen beim Unternehmen mit Sitz in Solothurn 26 Stellen wegfallen.
 
Bei Mitel Schweiz konnte am Freitagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'awp' noch niemand Stellung zur Angelegenheit nehmen. Laut Syna handelt es sich um den vierten Stellenabbau in Folge, welchen das Unternehmen durchziehe. Die Salamitaktik, die man schon beim letzten Abbau vor Jahresfrist angeprangert habe, gehe damit weiter, schreibt Syna.
 
Auch der Arbeitnehmerverband Angestellte Schweiz kritisiert den Abbau und fordert in einer Medienmitteilung, dass dieser noch einmal gründlich hinterfragt werde. Negativ sei vor allem auch der Verlust von noch mehr Schweizer Know-how. Dies torpediere das hohe Qualitätsniveau und gefährde damit auch die vorläufig nicht betroffenen Stellen. Auch sei Mitel durch den Abbau in der Schweiz nun zu einem Klein-Unternehmen geschrumpft.
 
Mitel Schweiz ist aus Aastra Telecom Schweiz heraus entstanden, die 2014 zusammen mit dem Mutterkonzern vom kanadischen Mitel-Konzern übernommen wurde. Damals waren für das Unternehmen in der Schweiz rund 240 Mitarbeitende tätig, derzeit zählt Mitel Schweiz gemäss Gewerkschaftsangaben noch 65 Stellen.
 
Der umkämpfte UCC-Markt wird schon länger von einer Konsolidierungswelle überrollt: Mitel kaufte 2017 ShoreTel und vier Jahre davor den kanadischen Mitbewerber Aastra. Der UCC-Spezialist wurde dann im April letzten Jahres ebenso von einer Investorengruppe übernommen wie Konkurrent Damovo einige Monate darauf.
 
Im März 2018 kaufte Plantronics den Konkurrenten Polycom. Extreme Networks hatte sich bereits 2017 Bereiche von Avaya und Brocade einverleibt. (Keystone-sda/ts)