"Ausgehend vom Business-Einsatz werden sich AR und VR verbreiten"

Eine deutsche Verbandsstudie lässt erahnen, wie sich AR/VR, Smart Home und faltbare Smartphones bei Konsumenten etablieren.
 
Die Consumer-Technologie entwickelt sich rasant weiter, insbesondere die Vernetzung von Smartphones, Kühlschränken und TV verbreitet sich, immer öfter mit Sprachassistenten gemanagt und mit Daten in der Cloud. Der deutsche Branchenverband Bitkom hat mit Deloitte eine repräsentative Studie zum Consumer-Electronics-Markt in Deutschland publiziert, welche hierzulande beachtenswert scheint.
 
Die Studie untersucht insbesondere auch drei vielversprechende Märkte der Zukunft: Sprachassistenten, faltbare Smartphones und VR-/AR-Nutzung.
 
Bei Sprachassistenten zeigt sich, dass sie in Deutschland schon recht weit verbreitet sind. "Nur 29 Prozent der Smartphonenutzer geben an, ihren jeweiligen Sprachassistenten nicht einzusetzen", so das Fazit. Im Zuge der Nutzung am Smartphone scheint auch der Smart-Speaker-Markt an Fahrt zu gewinnen.
 
28 Prozent der befragten Deutschen ab 16 besitzen nämlich schon einen solchen und sie sehen den Nutzen nicht nur im Musik-Streaming, sondern sehr breit: "Sieben von zehn Nutzern (69 Prozent) eines Sprachassistenten schalten damit das Licht an und aus, lassen Rollläden hoch- und runterfahren oder regeln die Heizung."
 
Nur gerade 45 Prozent stehen den Devices aktuell skeptisch gegenüber.
 
In diesen Tagen und Wochen kommen die ersten faltbaren Smartphones auf den Markt. Ob die kostspieligen Geräte Verbreitung finden werden, ist noch offen. Aber, so die Studie, die Hersteller, Distis und Reseller dürfen sich durchaus Hoffnungen machen.
 
Drei Viertel aller Befragten wissen bereits, dass solche Devices auf den Markt kommen. Die Mehrheit sieht gerade die Möglichkeit des Zu- und Aufklappens als Hauptvorteil der Geräte. "Jeder Zweite bewertet es positiv, dass der Bildschirm dadurch grösser ist", bilanzieren die Autoren. Ein Drittel erhofft sich dadurch ein besseres Multi-Tasking.
 
"Kein Statussymbol"
Ob Konsumenten die faltbaren Smartphones aber kaufen werden, das steht auf einem anderen Blatt. Es gibt bei der Markteinführung offenbar Hürden. Die eine ist die Unsicherheit der Konsumenten, ob die Falt-Funktionalität technisch ausgereift ist. Die zweite ist schwieriger zu überwinden. 92 Prozent der befragen Konsumenten sehen nämlich faltbare Smartphones nicht als Statussymbol. Ob der Hauptnutzen – ein grösseres Display – ausreicht, um den Preis zu rechtfertigen?
 
Noch nicht breit verankert sind Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR), aber das gilt im Industrie- wie im Consumer-Umfeld in unterschiedlichem Masse. "Ausgehend vom Business-Einsatz werden sich AR und VR im Alltag der Nutzer verbreiten."
 
Im Businessbereich seien AR und VR über die rein experimentelle Startphase hinaus. Derzeit geben 12 Prozent von Geschäftsleitungen von Unternehmen in Deutschland an, dass in ihrem Unternehmen VR oder AR eingesetzt werden, 20 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz.
 
Damit werde sich auch der Einsatz im Consumerbereich ändern, prognostiziert die Studie. Der Durchbruch sei weder mit AR noch mit VR geschafft, doch die Richtung stimme. "Die Faszination von AR und VR erreicht immer mehr Menschen", glauben die Autoren.
 
Die Studie "Zukunft der Consumer Technology – 2019", die auch Streaming, Wearables und andere Segmente abdeckt, kann beim Bitkom als PDF heruntergeladen werden. Sie basiert auf über 1000 Telefoninterviews und sei repräsentativ. (mag)