Server-Umsätze schrumpfen erstmals seit fast drei Jahren

Der Servermarkt ist erstmals seit dem vierten Quartal 2016 geschrumpft. Im zweiten Quartal 2019 wurden laut Marktforscher IDC noch knapp über 20 Milliarden US-Dollar mit Servern umgesetzt. Das sind 11,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch in Stückzahlen gerechnet ergibt sich ein ähnliches Bild: Es wurden 9,3 Prozent weniger, nämlich rund 2,7 Millionen Einheiten ausgeliefert.
 
Nach dem heftigen Marktwachstum zu historischen Höhen, seien nun alle Serverklassen vom Rückgang betroffen, hält IDC im Worldwide Quarterly Server Tracker fest. Ein besonders starker Rückgang war im High-End-Segment zu verbuchen, dessen Umsatzvolumen um 20,8 Prozent auf noch 1,3 Milliarden Dollar einbrach.
 
Der Vergleich sei aber mit Vorsicht zu geniessen, sagt IDC-Forscher Sebastian Lagana, denn im Vorjahresquartal habe man ein beispielsloses Wachstum zu verzeichnet. Als Faktoren für die Abkühlung nennt der Infrastruktur-Spezialist unter anderem eine Verlangsamung des Einkaufs seitens Cloud-Anbieter und Hyperscalern, ein "off-cycle" im zyklischen Markt für Nicht-x86-Server sowie eine generelle Nachfrageschwäche aufgrund von wirtschaftlichen Unsicherheiten.
 
Die Führerschaft im Servermarkt teilen sich Dell mit 19 Prozent und HPE / New H3C Group mit 18 Prozent des Marktvolumens, die zusammen rund 7,4 Milliarden Dollar im Bereich umsetzten. Während Dell 13 Prozent einbüsste, schrumpfte der Server-Umsatz von HPE nur um 3,6 Prozent. Den stärksten Aderlass verzeichnet IDC bei IBM mit Minus 27,4 Prozent.
 
Weiterhin auf der Überholspur befindet sich Inspur. Der chinesische Hersteller erzielte wiederum fast einen Drittel mehr Umsatz als im Vergleichszeitraum. Das Unternehmen kann nun bereits 7,2 Prozent des Umsatzes im Servermarkt auf sich verbuchen. Das sind auch gute Nachrichten für IBM, die mit Inspur ein Joint Venture für Herstellung und Verkauf von Servern betreibt.
 
Für die EMEA-Händler sind die Nachrichten nicht so dringlich. In der Region war ein Wachstum der Servermärkte von 2 Prozent zu verzeichnen. Getrieben wurde die schlechte Entwicklung insbesondere von Lateinamerika (Minus 34,2 Prozent), den USA (Minus 19,1 Prozent) und China (Minus 8,7 Prozent). (ts)