Cloud-Abenteuer kostet Hiag bis zu 42 Millionen

Hiag Data soll nun Areale des Immobilien-Unternehmens digitalisieren. Dafür könne man einen Teil der für die Cloud gekauften Hard- und Software weiter verwenden.
 
Das Immobilien-Unternehmen Hiag war 2014 durch die Übernahme von Swissfiberinvest ins Colocation-Geschäft eingestiegen. Vor drei Jahren folgte die Ankündigung, dass man via die Tochterfirma Hiag Data auch selbst als Cloud-Provider aktiv werden wolle. Vor rund drei Wochen gab Hiag aber den Ausstieg aus diesem Geschäft bekannt.
 
Laurent Spindler, CFO von Hiag, erklärte damals gegenüber inside-channels.ch, dass rund 90 Millionen Franken in den Aufbau von Hiag Data investiert worden seien. Dieses Geld ist aber, wie Hiag glaubt, nicht komplett verloren. Der Misserfolg im Cloud-Business ist zwar trotzdem sehr teuer, aber die durch den Ausstieg verursachten Abschreibungen sollen in diesem Jahr maximal 42 Millionen Franken betragen, wie dem neusten Halbjahresbericht der Holding zu entnehmen ist.
 
Im ersten Halbjahr habe die inzwischen abgebrochene Entwicklung einer Multicloud-Plattform das Gesamtergebnis mit 22,4 Millionen Franken belastet. Für das zweite Halbjahr erwarte man noch Betriebskosten von rund 10 Millionen Franken für Hiag Data.
 
Hiag Data werde restrukturiert und auf "die digitale Erschliessung der Hiag-Areale ausgerichtet". Dafür könne die bestehende Hard- und Software teilweise weiterhin gebraucht werden. Um die Restrukturierungskosten möglichst tief zu halten, habe Hiag ein Massnahmenprogramm lanciert. Dazu gehöre insbesondere die digitale Erschliessung des Areals Biberist, die Prüfung des Verkaufs des Netzwerks sowie die Migration bestehender Kunden zu Drittdienstleistern. Zudem sollen einige bestehende Verträge vorzeitig aufgelöst werden. (hjm)