Nischenplayer behaupten sich im Telekom-Rating

Zum 20. Mal hat die Wirtschaftszeitschrift 'Bilanz' das "Telekom-Rating" publiziert. Während es im Mobilfunkmarkt für Privatkunden viel Bewegung gebe, sei jener für Geschäftskunden weniger dynamisch. Die Ergebnisse von Swisscom, Sunrise, Salt und UPC liegen dicht beieinander. Von den kleineren Anbietern habe es, wegen des geringen Rücklaufs an Fragebögen, noch keiner ins Ranking geschafft. Aber, es "braut sich was zusammen", wird Martin Steinmann, Co-Autor der 'Bilanz'-Studie, zitiert.
 
Im Markt für Corporate Networks herrsche wegen der angekündigten Übernahme von UPC durch Sunrise grosse Unsicherheit, worunter UPC leide. "Wenn ein Unternehmen verkauft wird, gehen die Bewertungen runter", stellt Jörg Halter von Ocha, der das Rating durchführte, fest. Die Kunden hätten Angst, den Carrier zu wechseln. Angeführt wird das Ranking in der Rubrik "ISP und Corporate Networks" von der letztjährigen Nummer 1 Cyberlink, gefolgt von VRX und Net+.
 
Kleine Anbieter können sich laut den Ergebnissen im Datacenter-Markt behaupten. Der Markt sei noch im Entstehen und die Kunden wüssten noch nicht so genau, was sie suchen. Deshalb würden Anbieter mit einem guten Support- und Beratungsteam gut abschneiden. Dies seien häufig kleinere Unternehmen. EveryWare, iWay und Nexellent führen die Liste an. Die Grossen – Green, Infomaniak und Interxion – folgen knapp dahinter und können vor allem mit Innovation und beim Preis punkten. Doch der Datacenter-Markt, der heute noch fragmentiert sei, werde sich in den nächsten Jahren deutlich verändern, glauben die Autoren.
 
Die gelte auch für den Bereich Cloud Services. Die Leader in dieser Rubrik – EveryWare, Infomaniak, Cyon, iWay und Nexellent – liegen ebenfalls dicht beieinander. Es sind übrigens die selben fünf Anbieter, die sich auch im vergangenen 'Bilanz'-Rating die vordersten Plätze geteilt haben – wenn auch in einer anderen Reihenfolge.
 
Wie sich bereits in den vergangenen Jahren gezeigt habe, seien in der Telekombranche die Nischenplayer die grossen Gewinner. Sie könnten sich auf ein beschränktes Kundensegment konzentrieren, und dessen Bedürfnisse besser erfüllen. Dahingegen könnten Universalanbieter keine Spitzenplatzierungen erreichen. In fast allen Einzeldisziplinen finden sich die Big Four am Ende der Tabelle wieder, fasst die 'Bilanz' zusammen. (kjo)