Azure Schweiz ist in Betrieb

Microsoft hat rund 30 Kunden und Partner als Early Adopters. Generell verfügbar sind die beiden Schweizer Azure-Regionen noch nicht.
 
Microsoft hat heute die Inbetriebnahme seiner beiden Schweizer Azure-Regionen Switzerland North und Switzerland West bekannt gegeben. Die Rechenzentren dafür befinden sich in Zürich und Genf.
 
Allerdings können vorerst nur die rund 30 "Early Adopters" die lokalen Azure-Services nutzen. Weitere Kunden werde man durch einen "geregelten Prozess" aufnehmen, so Microsoft. Generell verfügbar werden sollen die beiden Schweizer Regionen dann in den kommenden Monaten. 2020 sollen dann zusätzlich Schweizer Cloud-Versionen von Dynamics 365 und der Power-Plattform folgen.
 
Zu den Early Adopters gehören einige bekannte Namen, zum Beispiel UBS, Swiss Re, Mobiliar, BKW Group, Skyguide, und last but not least Swisscom. Mit der Stadt Zug ist auch eine öffentliche Verwaltung unter den Kunden.
 
Swisscom hat zwar eigene Cloud-Plattformen – und mit einer davon gerade einigen Ärger gehabt – betätigt sich aber auch als Managed Service Provider für die Clouds des Hyperscaler . Der Telco sieht nun eine Chance, dieses Geschäft weiter auszubauen und wird Managed Services für beide Regionen anbieten. Als erster Telco der Schweiz, so Swisscom, könne man zudem mit "ExpressRoute" eine Direktanbindung an die beiden Schweizer Datencenter anbieten.
 
Die Stadt Zug plant in Zukunft Office 365 aus der Cloud zu nutzen. Die Datenhaltung in der Schweiz, sei dafür eine zentrale Bedingung gewesen, so Daniel Truttmann, CIO der Stadtverwaltung Zug. "Dank der lokalen Datenhaltung in den beiden Schweizer Datencenter ist es uns möglich, die modernen Kollaborationsfunktionen von O365 aus der Cloud zu nutzen."
 
Auch die UBS sagt, dass die Möglichkeit der Datenspeicherung in der Schweiz eine Voraussetzung für den Weg der Bank in die Cloud sei. Die Grossbank will Azure unter anderem nutzen, um viele seiner kritischen Businessapplikationen zu modernisieren.
 
Die Mobiliar hat laut Microsoft ihre anfängliche Strategie einen Hybrid-Cloud-Ansatz anzuwenden mittlerweile abgeändert. Stattdessen wolle die Versicherung nun vermehrt Public-Cloud-Ressourcen beziehen und Microsoft sei dafür einer der "Preferred Supplier".
 
Die BKW Gruppe erhofft sich durch Azure einen einfacheren Zugang zu modernen Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things (IoT) und Blockchain um "in Zukunft ganz neue Handelskanäle und Geschäftsfelder erschliessen," sagt Markus Eberhard, Head of Digital Business der BKW Gruppe
 
Skyguide: Flugsicherung automatisieren
Sehr interessant sind die Pläne von Skyguide. Das Schweizer Flugsicherungsunternehmen hat vor, auf Azure eine Plattform für die automatisierte Überwachung von Teilen des Flugverkehrs zu bauen. Dabei geht es insbesondere um Drohnen.
 
Robert Fraefel, Leiter des Schweizer U-space (europäische Norm für das sich entwickelnde Flugverkehrsmanagementsystem für Drohnen) bei Skyguide, erklärt die Überlegungen dahinter so: "Der Bereich Flugsicherung muss sich genauso automatisieren wie die Steuerung von Flugzeugen. In der Welt der Flugsicherung haben wir immer noch Leute im Tower, die den Piloten sagen, was sie bei jedem Schritt tun sollen. Dieses Modell funktioniert nicht mehr, wenn man Millionen von Drohnen überwachen muss. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine Vorreiterrolle bei der Nutzung von Technologien zur Steuerung dieser Flüge zu übernehmen.“
 
Mit einem Cloud-basierten System könne Skyguide das Verkehrsmanagement auf Millionen von Drohnen skalieren, so Fraefel. (Hans Jörg Maron)