New Business: "Wir haben auch strategisch sehr hart gearbeitet"

Martin Burkhart beim Redaktionsbesuch.
Airlock lanciert ein neues Produkt, mit dem man international Marktanteile und neue Kunden gewinnen will. Martin Burkhart, Head of Product Management bei Ergon, erklärt wie.
 
"Wir glauben, dass WAF und API-Gateway zusammenkommen müssen und dass Access Management extern, nicht in der Applikation erfolgen muss", sagt Martin Burkhart, Head of Product Management bei Ergon. Im Markt zeigen sich neue Trends und damit müsse auch technologisch anders gedacht werden. So begründet Burkhart, dass Airlock einen "Secure Access Hub" lanciert hat, welcher auch einen "API Security Gateway" enthält.
 
Heute würde sich im Browser die Darstellungslogik konzentrieren und auf Businesslogik in APIs zugreifen. Diese APIs im Hintergrund würden immer wichtiger: "Es ist ein Trend, dass Dutzende APIs im Backend für verschiedene Applikationen zuständig sind. API Gateways schützen APIs, aber diese waren bisher nicht in diesem Ausmass im Internet exponiert." Eine herkömmliche WAF (Web Application Firewall) sei in diesem Kontext isoliert suboptimal.
 
Die verschiedenen Komponenten wie Airlock API Gateway, Airlock WAF und Airlock IAM, zu Beginn unter dem Namen "Medusa" lanciert und von Ergon für die CS entwickelt, sind im neuen Secure Access Hub als Einheit verfügbar. Bisher war die WAF und das IAM bereits in der Airlock-Suite verfügbar: "Beide Produkte stammen aus demselben Haus, beide basieren auf derselben Technologie", erklärt Burkhart bei einem Redaktionsbesuch. Hinzu komme das API-Gateway-Konzept: "Alles, was mit Zugriffssteuerung zu tun hat – ob intern oder in der Cloud – wird im Hub zusammengefasst. Der Hub integriert auch das Filtering, nicht nur Single-Sign-on, das können traditionelle XML-Gateways nicht", so der Informatiker.
 
Das API Security Gateway mache dann Sinn, wenn viele Applikationen Zugriff benötigen, wenn ein Directory angebunden werden müsse und man beispielsweise eine 2-Faktor-Authentifizierung für alle Applikationen auf einmal einrichten wolle. Ein bekanntes Beispiel für den Markttrend sei der "Swiss Pass" der SBB.
 
Im Security-Kontext habe das Airlock Secure Access Hub durch die Kombination seiner Funktionen ein Alleinstellungsmerkmal, so Burkhart. Es sei ein "Bollwerk" und Business Enabler in einem. Im Frontend Sicherheit und Usability, so ein Verkaufsargument und im Backend mehr Tempo für die IT, weil man nicht für jede Applikation Authentisierungen bauen müsse, verspricht der Ergon-Mann.
 
Was bedeutet dies denn für die bisherigen Airlock-Einzelprodukte? Diese könne man auch weiterhin einzeln beziehen, Major Upgrades und 3rd- und 4th-Level-Support aus Zürich sei garantiert, versichert Burkhart. "Wir sind für unsere Stabilität bekannt".
 
Neue Zielgruppen im Visier
Man kann aus der Idee hinter dem Produkt schliessen, dass die Airlock-Leute auch bei potentiellen und bestehenden Kunden andere Leute an den Tisch holen müssen und nicht primär Netzwerker und andere Informatiker wie bis anhin. Burkhart bestätigt diese Annahme. "Weil es ein ganzheitlicher Hub ist, reden wir mit Chefarchitekten, Businessanalysten, CDOs; und weil es auch um das Frontend geht, sollten auch Businessleute und Marketing involviert sein". Das Produkt ermögliche auch eine neue Argumentationskette für die Sales-Leute, bestätigt er.
 
Neues Produkt, neue Gesprächspartner, was bedeutet dies strategisch für Airlock, eine der wenigen Schweizer Standardlösungen mit internationalem Markt? Burkhart hält fest, man wolle international weiter von der Schweiz aus wachsen. Dank DSGVO-Unterstützung, PSD2 und Open Banking erhofft man sich einen Businessschub für den Hub. Barclays hat Airlock als Kunden gewonnen, aber Grossbanken sind nicht der wichtige Hoffnungsträger, "sie diktieren oftmals den externen Lieferanten die Produkte-Roadmap", begründet Burkhart die Zurückhaltung.
 
Aktuell habe man mit Airlock 550 Kunden, davon 50 Prozent Banken, Versicherungen und Krankenkassen. In Deutschland seien Industriebetriebe interessant. "Sie wollen Kunden und Lieferanten einbinden." 17 Millionen Umsatz mache Airlock aktuell, davon zwei Millionen in Deutschland, wo man 100 Prozent Umsatzwachstum habe verbuchen können. Und in Singapur ist die umtriebige Schweizer Firma mit einem neuen Security Consultant präsent, um den Markt zu entwickeln. Man wolle so nahe wie möglich bei den Airlock-Partnern und Kunden sein.
 
Allein will Ergon das API Security Gateway nicht im Markt etablieren. "Wir stehen weiterhin zu unserer Channel Strategie und verfolgen eine 1-Tier-Strategie mit Betreibern und ISVs sowie Integrationspartnern."
 
Auf die Lizenzmodelle habe das vereinheitlichte Produkt direkt keinen Einfluss. "Kunden, die dasselbe beziehen, zahlen dasselbe. Es gibt keine grundsätzlich neuen Lizenzmodelle".
 
Mit der Philosophie, welche Kontinuität, Trend-Analyse und rechtzeitigen Wandel kombiniert, habe man ein zukunftsträchtiges Produkt lanciert. "Wir sind sehr stolz, wir haben auch strategisch sehr hart gearbeitet für das API Security Gateway. Wir ziehen das jetzt durch. Wir stellen aus der Schweiz heraus ein High-End-Produkt her." (Marcel Gamma)
 
Interessenbindung: Ergon ist ein wichtiger Technologie- und Werbepartner des Verlags.