Basel-Stadt will alle rund 8000 IT-Arbeitsplätze auslagern

Der Leiter der IT erklärt die Outsourcing-Strategie des Kantons und was das für die Mitarbeitenden heisst.
 
Der Kanton Basel-Stadt will sein bestehendes IT-Arbeitsplatz-Konzept weiterentwickeln. Das bedeutet die Auslagerung der IKT-Basisservices "WorkplaceBS sowie weitere IT-Arbeitsplatz-Lösungen der einzelnen Departemente", wie der Ausschreibung auf Simap zu entnehmen ist. Neu ist vom digitalen Arbeitsplatz im Kanton Basel-Stadt (DAP.BS) die Rede, dessen Services zwar "als end-to-end Service durch den kantonalen Provider ZID (Zentrale Informatikdienste) erbracht" wird. Gesucht wird jedoch für die Betriebsorganisation der DAP.BS-Services ein Leistungserbringer, der grosse Teile der Leistungen übernimmt: "Das Engineering, den Betrieb des DAP.BS sowie der 2nd und 3rd Level Support". Sie sollen künftig bei externen Dienstleistern bezogen werden.

Der Outsourcer habe "insbesondere die Bereitstellung des DAP.BS Clients inklusive der virtuellen Desktop-Infrastruktur, die Clientmanagement-Infrastruktur sowie die Softwarepaketierung und Softwareverteilung" für zirka 8000 IT-Arbeitsplätze zu übernehmen, heisst es auf Simap.
 
Thomas Berger, Leiter der ZID, erklärt auf Anfrage, die Grundlage des gewählten Sourcingmodells bilde "die vom Regierungsrat beschlossene IT-Sourcing-Strategie für Basel-Stadt". Darin ist seit 2010 definiert, dass sich die "verwaltungsinterne IT-Leistungserbringung auf die Unterstützung des Kerngeschäfts der Verwaltung fokussiert und Commodities eingekauft werden", wie Berger die Strategie zusammenfasst. Er ergänzt, der "Workplace ist einer dieser Commodity-Services".
 
Weiter hält Basels IT-Chef fest, dass "bereits im heutigen Servicemodell massgebende Teile der für den Workplace-Betrieb erforderlichen Leistungen eingekauft" werden. Durch das neue Servicemodell werden technisch-betrieblich orientierte Aufgaben durch geschäftsnähere Aufgaben substituiert, fügt Berger an. Als Beispiel verweist er auf die raschen Release-Zyklen von Microsoft, die eine verstärkte Koordination bei der Release-Planung der anspruchsvollen Fachanwendungslandschaft erfordern.
 
Damit illustriert Berger zugleich, warum im Zuge der jetzt ausgeschriebenen Auslagerung keine Stellen abgebaut werden. Das ZID beschäftige aktuell 125 interne Mitarbeitende, von denen einige nach dem Outsourcing allenfalls neue Rollen übernehmen werden.
 
Laut Berger ist diese Ausschreibung nicht ungewohnt für sein Amt. "Die ZID befindet sich aufgrund des Wandels der Informatik an sich und ihrer strategischen Ausrichtung zum Business-Enabler mit Sourcing von Commodities bereits mehrere Jahre in diesem Wandel", stellt er klar. Und wieviel vom aktuellen Budget fliesst ins Outsourcing? Berger sagt, dass "bezogen auf das Gesamtbudget der ZID heute zirka 45 Prozent für den Einkauf von IT-Dienstleistungen aufgewendet" werden.
 
Im "Informatikleitbild Kantonale Verwaltung Basel-Stadt 2018+" ist die strategische Ausrichtung der ZID festgehalten. Gemäss dem im Papier definierten "Auftrag der ZID sind wir stetig an der Prüfung, wie das Produktionsmodell gemäss der Marktentwicklung sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen ist", erklärt Berger. Demnach gehören zu den grösseren Commodity-Services des Kantons, die bereits eingekauft werden, "Rechenzentrumsleistungen, Netzwerk- und Kommunikationsdienstleistungen, File- und Mail-Services sowie Collaboration- respektive Intranet-Services". (vri)