Bevorteilung von AWS? Zuschlags­entscheid für Pentagon-Cloud sistiert

Das Tauziehen um den Milliarden-schweren Cloud-Auftrag des Pentagons geht weiter. Das US-Verteidigungsministerium hat den Zuschlagsentscheid vorerst auf Eis gelegt.
 
Hintergrund seien Vorwürfe wegen unlauterer Bevorteilung von Amazon, teilte eine Sprecherin des Pentagons mit. Offenbar leistet das Ministerium einer Beschwerde seitens Microsoft und Oracle Folge, die kürzlich von Donald Trump aufgriffen worden war. Der US-Präsident kritisierte in der Vergangenheit wiederholt Jeff Bezos und dessen Konzern.
 
Verteidigungsminister Mark Esper hat nun eine Überprüfung des Vertrags eingeleitet, wie die 'Financial Times' berichtet. Bis die Prüfung abgeschlossen sei, werde keine Entscheidung über den Zuschlag gefällt, erklärte die Sprecherin des Pentagons. Ursprünglich sollte der Entscheid im August fallen. AWS galt als grosser Favorit.
 
Im Juli war bereits eine Klage von Oracle abgewiesen worden. Der Konzern hatte prozessiert, weil er seiner Ansicht nach unrechtmässig vom Deal ausgeschlossen worden war. Denn sowohl Oracle wie auch IBM waren vorgängig abgewiesen worden. Sie würden die Kriterien nicht erfüllen, argumentierte das Pentagon.
 
Aufgrund des immensen Volumens waren neben diesen beiden Firmen nur AWS und Microsoft ins Rennen gestartet. Google trat von der Bewerbung zurück, nachdem aus der Belegschaft massive ethische Bedenken angemeldet worden waren.
 
Im Projekt Joint Enterprise Defense Infrastructure (JEDI) sollen über die nächsten zehn Jahre Cloud-Ressourcen für das Departement of Defense beschafft werden. Das Volumen wird auf rund zehn Milliarden Dollar geschätzt. Die Ressourcen sollen vollumfänglich von einem Provider beschafft werden. Dies wurde bereits im Vorfeld von vielen Kritikern bemängelt. (ts)