Samsung wagt neuen Versuch mit dem Falt-Phone

Samsung will sein auffaltbares Smartphone Galaxy Fold nach einem Fehlstart im September 2019 in einzelnen Märkten in den Handel bringen. Konkrete Angaben für die Länder würden später bekanntgegeben, teilt der Smartphone-Marktführer mit.
 
Das Samsung Galaxy Fold wurde Anfang 2019 für das zweite Quartal angekündigt. Im April waren kurz vor dem geplanten Marktstart aber zum Teil massive Probleme bei Testgeräten aufgetreten. So soll das Scharnier, das beide Displays zusammenhält, eine grosse Schwachstelle gewesen sein. Einige Tester hatten auch die Schutzschicht auf dem Display abgezogen, die aber als Bestandteil des Bildschirms gedacht war. Auch die grosse Lücke zwischen Scharnier und Gehäuse in zugeklapptem Zustand wurde bemängelt. Nachdem mehrere Geräte in den Händen von Journalisten und Testern ihren Dienst aufgaben, war Samsung gezwungen den Start abzusagen.
 
"Es war sehr peinlich", sagte Samsungs CEO DJ Koh im Mai in einem Interview. "Ich habe das Gerät auf den Markt geschoben, bevor es fertig war." Hat Samsung tatsächlich mit dem Ziel eine neue Geräteklasse zu etablieren, einen Flop riskiert, wie inside-channels.ch die Ankündigung Anfang Jahr kommentierte?
 
Der Flop erinnert an das Debakel um das Samsung Galaxy Note 7, das der Hersteller 2016 zurückrufen musste, da es massive Probleme mit dem Akku gab und Geräte angefangen haben zu brennen. Schätzungen zufolge kostete das Debakel, inklusive Rückruf, Austausch und endgültigem Verkaufsstop das Unternehmen mehrere Milliarden Dollar. Eine "herzzerbrechende Summe" nannte es der für die Smartphone-Sparte zuständige Manager damals. Samsung musste zwischenzeitlich den Titel als globaler Marktführer abgeben, holte sich diesen dann rasch wieder zurück, verlor aber zuletzt gemäss IDC im mittleren und unteren Preissegment an Marktanteilen.
 
Laut 'Ars Technica' hat Samsung 130 Millionen Dollar und sechs Jahre Zeit in die Entwicklung des faltbaren Displays gesteckt. Nach dem Verschieben des Marktstarts habe man nötige Verbesserungen umgesetzt. "Im Moment sind wir dabei, letzte Tests für diese Verbesserungen durchzuführen", heisst es von Seiten des Herstellers. Samsung habe die oberste Schutzschicht des Gerätes verbessert, um deutlich zu machen, dass diese nicht entfernt werden soll. Mit neuen Kappen sollen die Ober- und Unterseite der Scharniere besser geschützt werden.
 
Wegen des hohen Preises von rund 2000 Franken werden Verbraucher wohl zögern das Gerät zu erwerben, kommentiert IDC das Galaxy Fold. Aber, so fügt der Analyst an, der verzögerte Start werde die Marktposition und Reputation von Samsung nicht stark beeinflussen, da es derzeit ohnehin kaum Nachfrage nach faltbaren Geräten gebe.
 
Das Galaxy Fold kommt nun etwa zur gleichen Zeit wie das faltbare Huawei-Smartphone auf den Markt. Der chinesische Hersteller plant das Mate X für 2600 Dollar im September zu lancieren. Auch dieser Start ist drei Monate später als zunächst angekündigt, da Huawei noch weitere Tests durchführen wolle, berichtet 'CNN'. (kjo)