PC-Absatz zieht wieder an

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass der PC-Markt am schwächeln ist. Derzeit aber steigt der Absatz der traditionellen PCs wieder – in einigen Regionen sogar stark, wie aktuelle Zahlen der beiden Marktforscher IDC und Gartner zeigen. Die Zahlen der Marktforscher unterscheiden sich leicht, da IDC Chromebooks zu den PCs zählt, nicht aber Microsofts Surface-Tablets; Gartner handhabt die Sache genau andersrum.
 
Nachdem der PC-Markt zwei Quartale hintereinander im Jahresvergleich geschrumpft ist, verzeichnet der Markt in der EMEA-Region im zweiten Quartal ein Plus von 1,7 Prozent und wächst somit leicht stärker als der globale Schnitt, schreibt Gartner. Dies habe mit der starken Nachfrage in Unternehmen nach Windows-10-Geräten und der Ablösung von Win-7-PCs zu tun, sind sich die Marktforscher einig. Dahingegen bleibe die Nachfrage im Consumer-Bereich schwach. Viele Endnutzer ausserhalb des Gaming- und High-End-Bereichs würden ihre Geräte immer länger behalten. Dies wirke sich insbesondere auf Anbieter von Mittelklasse-PCs aus, fügt Gartner an.
 
Gemessen an Stückzahlen stieg der globale PC-Absatz um 1,5 Prozent im Jahresvergleich. Insbesondere der Marktführer Lenovo kann mit einem Plus von 15,9 Prozent starke Zahlen ausweisen. HP und Dell – die Nummern 2 und 3 des globalen PC-Markts – verzeichnen jeweils ein Plus von gut zwei Prozent. Dahingegen verbuchen Acer und Asus ein Minus von rund 15 beziehungsweise 10 Prozent, so die Zahlen von Gartner.
 
"Während der Handelskrieg zwischen den USA und China im zweiten Quartal 2019 den PC-Markt nicht beeinflusst hat, könnte die nächste Phase der Zölle erhebliche Auswirkungen haben. Die meisten Laptops und Tablets werden derzeit in China hergestellt. Der Verkauf dieser Geräte in den USA könnte mit erheblichen Preiserhöhungen verbunden sein, wenn die Strafzölle eingeführt werden und die Anbieter keine schnellen Massnahmen ergreifen, um zu reagieren", glaubt Gartner-Analystin Mikako Kitagawa. (kjo)