IBM und Red Hat wollen Partner-Pro­gramm nicht verschmelzen

Die Übernahme von Red Hat durch IBM ist abgeschlossen. Die Unternehmen betonten mehrfach, dass die Kultur und Unabhängigkeit von Red Hat gewahrt werden soll. Dasselbe gilt laut den Channel-Chefs der Firmen auch für das Partnerprogramm.
 
IBMs Partner-Verantwortlicher John Teltsch und Mark Enzweiler von Red Hat, sagten gegenüber dem US-Magazin 'CRN', dass es wichtig sei, dass ihr jeweiliges Partnerprogramm unabhängig vom anderen bleibe. Dies auch wenn die Channel-Programme teilweise die gleichen Dienstleister und Technologie-Partner anspreche.
 
Man wolle aber "die besten Funktionen des anderen integrieren", so die Manager zum US-Magazin. "Unser gemeinsames Ziel ist es, die weltweit besten Partner-Ökosysteme zwischen unseren beiden Unternehmen aufzubauen", sagte Teltsch. Etwa wolle man in Sachen Effizienz, Best Practices und Reichweite voneinander lernen und profitieren können. "Aber sie werden unabhängig und sehr unterschiedlich bleiben."
 
Auch die Channel-Partner hätten ihm gesagt, dass sie sich kein einheitliches Programm wünschten. Es gebe aber viele Red-Hat-Partner, die sich bereits jetzt erkundigen würden, wie die Zertifizierung zum IBM-Partner ablaufe, erklärt Red Hats Channel-Chef Enzweiler. "Und ich denke wir werden sehen, dass noch mehr von ihnen dazukommen", sagt er zu 'CRN'. Umgekehrt ist es laut Teltsch ähnlich: Viele IBM-Partner wollten sich schnellstmöglich dem Red-Hat-Programm anschliessen.
 
70 Prozent der Einnahmen von Red Hat laufen laut Teltsch über die Partner. Für Red Hat sei die Unabhängigkeit im Bereich des Channel-Programms deshalb wichtig. Ausserdem wolle man gegenüber den bestehenden Partnern weiterhin neutral auftreten.
 
Der Red-Hat-Manager habe eine Reihe von einzigartigen Go-to-Market-Modellen entwickelt, die "Value" über "Volume" stellen. Diese Fokussierung – insbesondere auf Spezialisierungen – habe zu grossartigen Ergebnissen bei der Skalierung der wiederkehrenden Umsätze geführt, lobt der IBM-Mann seinen Red-Hat-Kollegen. "Das ist ein Modell, von dem wir lernen können, auch auf der Hardware-Seite", wird Teltsch weiter zitiert. (kjo)