SAP-Mann Leukert soll IT der Deutschen Bank sanieren

Bernd Leukert wird Vorstandsmitglied der Deutschen Bank.
Bei der grössten Bank Deutschlands steht eine umfassende Reorganisation an.
 
Die Deutsche Bank will radikal schrumpfen und streicht 18'000 Arbeitsplätze. Bis 2022 solle die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74'000 sinken, teilte die Deutsche Bank am Sonntag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Dadurch sollen die bereinigten Kosten um etwa sechs Milliarden Euro auf 17 Milliarden Euro fallen, damit die Bank wieder profitabler wird. Wegen der Kosten für den Umbau schreibt die Bank im zweiten Quartal einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro nach Steuern. Bis Ende 2022 rechnet der Vorstand mit Belastungen von insgesamt 7,4 Milliarden Euro durch den Umbau.
 
Im Zuge der Veränderungen baut das Finanzinstitut auch die Führung um und erhält neu einen Vorstand für Digitalisierung, Daten und Innovation. Diese Position übernimmt im September der langjährige SAP-Manager Bernd Leukert. Bis zur regulatorischen Freigabe als Vorstandsmitglied wird Leukert an Frank Kuhnke berichten, schreibt die Bank.
 
Leukert war rund 25 Jahre beim deutschen Softwarehersteller SAP tätig. Dort hatte er verschiedene Führungspositionen in der Anwendungs-, Technologie- und Softwareentwicklung sowie in der Prozesssteuerung inne. 2014 wurde er als Leiter Products & Innovations in den Vorstand von SAP berufen. Auf Januar 2019 übernahm er die Leitung des Bereichs SAP Digital Business Services. Nur wenige Wochen später wurde überraschend sein Abgang bekannt.
 
Leukerts Berufung sei ein "klares Bekenntnis der Bank", die IT wesentlich zu verbessern, um effizienter zu werden. "Er wird uns dabei helfen, auf dem Weg in das Zeitalter der Cloud- und der Plattformökonomie noch schneller voranzukommen", so die Bank.
 
Im Zuge des Konzernumbaus will die Bank 13 Millionen Euro in Technologie investieren. Eine neu geschaffene eigenständige Technologiefunktion soll die Digitalisierung aller Geschäftsbereiche vorantreiben. Diese werde sowohl die Innovationskraft stärken als auch die internen Kontrollen weiter verbessern, heisst es in der Mitteilung. (kjo)