Blockiert Freenet die UPC-Übernahme?

Sunrise will UPC kaufen, dies gab der Telco im Februar bekannt. Nicht glücklich über den Deal aber ist offenbar der Sunrise-Hauptaktionär Freenet. "Bereits am 24. Januar habe ich den Sunrise-Verantwortlichen gegenüber klar kommuniziert, dass wir den Deal mitsamt seiner Finanzierungslogik in dieser Form nicht gutheissen können", sagt Freenet­Chef Christoph Vilanek der 'Handelszeitung'. Im Februar habe er als Freenet-Vertreter im Sunrise-Verwaltungsrat gegen die geplante Übernahme gestimmt.
 
Freenet hält einen Viertel der Sunrise-Aktien. Im Herbst findet die Generalversammlung statt und die Chancen einer Blockade der Übernahme durch den grössten Aktionär sind gemäss Handelszeitung realistisch. Nehme man eine durchschnittliche Wahlbeteiligung an einer Sunrise-GV, könne Freenet mit 25 Prozent der Aktien eine Stimmkraft von 30 bis 40 Prozent entwickeln. Vilanek bräuchte nur noch den Rückhalt von zwei, drei institutionellen Investoren, rechnet die Zeitung vor.
 
Es gelte aber auch abzuwarten, wie sich das Bilanzergebnis von UPC entwickle. Die Halbjahreszahlen von Sunrise und UPC liegen im Sommer vor. Die UPC-Zahlen werden für den Freenet-Chef entscheidend sein, wie er gegenüber der 'Handelszeitung' klar macht. Entwickle sich der Kabelnetzbetreiber schlechter als erwartet, dürfte der Widerstand gegen die Übernahme grösser werden. Denn, so der Bericht, der Vertrag zwischen der UPC-Mutter Liberty und Sunrise sehe keinen Mechanismus zur Preisanpassung vor.
 
Sunrise selbst ist zuversichtlich, dass eine Mehrheit der Aktionäre für die Übernahme stimmen wird. "Investoren, welche die Transaktion nicht mögen, haben bereits verkauft und neue Investoren, welche die Vorzüge und Wertgenerierung sehen, haben gekauft", sagte Unternehmenssprecherin Therèse Wenger der Zeitung.
 
Offen ist auch noch das Ergebnis der Wettbewerbskommission. Sie hat im Juni angekündigt, den Deal vertieft zu überprüfen. Das Ergebnis wird im September vorliegen. (kjo)