Schweizer ICT-Branche weiterhin guter Dinge, aber…

Swico ICT Index für das dritte Quartal 2019.
Der Fachkräftemangel bleibt eine grosse Herausforderung. Die Branche verlangt Unterstützung von Seiten der Politik.
 
Die Schweizer ICT-Branche ist laut Swico weiter optimistisch gestimmt. Alle Segmente der Branche erwarten eine gute bis sehr Auftragslage sowie ein Umsatzwachstum, wie es in einer Mitteilung heisst.
 
Konkret stieg der Swico-ICT-Index für das dritte Quartal um 3,1 Punkte auf 117,0 Punkte. Das sei der vierthöchste Wert seit Messbeginn, schreibt der Verband. Seit dem dritten Quartal 2015 liege der Index über der Wachstumsgrenze und seit dem 4. Quartal 2017 über hohen 110 Punkten.
 
IT-Technologie und -Services im Aufwind
Alle Segmente gehen von einem rentableren Wachstum aus. Sie erwarten eine gute bis sehr gute Auftragslage, eine steigende Bruttomarge, höheren Umsatz, positive konjunkturelle Entwicklung und höhere Investitionstätigkeiten.
 
Die positivsten Entwicklungen erwarteten die Segmente IT-Technologie (plus 10,8 Punkte) und IT-Services (plus 8,4 Punkte). Das Segment IT-Services nimmt mit 121,9 Punkten den höchsten Wert ein, gefolgt von Software mit 118,0 Punkten, IT-Technologie mit 113,9 Punkten und der Beratung mit 113,5 Punkten.
 
Unterhaltungselektronik auf Talfahrt
Deutlich unter dem Wachstumstrend befinden sich dagegen die beiden Brachen Unterhaltungselektronik (minus 3,9 auf 85,8 Punkte) und "Imaging, Printing & Finishing", wobei letztere immerhin einen Anstieg von 1,7 Punkten auf 90,9 Punkte verzeichnet.
 
Sowohl Unterhaltungselektronik als auch die Bild- und Drucksparte gehen von einer Abnahme der Auftragslage, weniger Umsatz, einer Rezession und weniger Investitionen aus. Vor allem der Margendruck mache beiden Branchen zu schaffen, hiess es weiter. Zudem befürchten sie eine längerfristige Schwächung der Ertragslage aufgrund der aktuell geringen Investitionen.
 
Fachkräftemangel bleibt, Politik ist gefordert
Der Mangel an ICT-Spezialisten hält gemäss Swico an. Aufgrund des ausgetrockneten Arbeitsmarktes und der lebendigen Konkurrenz von internationalen Konzernen, etablierten Schweizer Unternehmen und digitalen Startups sei es schwierig, Spezialisten wie auch Lehrlinge zu rekrutieren. Die bestehenden und zum Teil stark ausgelasteten Mitarbeitenden zu halten und weiterzubilden, stelle eine weitere Herausforderung dar.
 
Zu schaffen machen der ICT-Branche auch politische Unsicherheiten wie der Brexit und der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Zudem gebe es neuerdings Stimmen aus allen Segmenten, die von der Schweizer Politik eine stärkere Unterstützung der Branche fordern. Bessere regulatorische Vorschriften und mutigere Projekte, lautet der Tenor. (Keystone-sda/ts)