Ausländische Online­händler holen weiter auf

Die Top-30 Onlineshops erzielten 2018 gemeinsam einen Umsatz von 5,79 Milliarden Franken.
Jeder fünfte Franken Umsatz im Schweizer Online-Handel geht an einen ausländischen Anbieter, zeigen aktuelle Zahlen von Carpathia.
 
Erneut listen die E-Commerce-Spezialisten von Carpathia die umsatzstärksten Onlineshops in der Schweiz. Es zeigt sich, so die Mitteilung, dass die Top-5 im B2C-Bereich fast ein Drittel der Umsätze unter sich teilen. Dabei handelt es sich um Zalando, Digitec, Amazon, Aliexpress und Nespresso. "Immerhin", so Carpathia, ist die Dominanz im Unterschied zu den Nachbarländern noch auf fünf Grosse verteilt: In Deutschland und Österreich habe Amazon einen markanten Vorsprung und damit viel mehr Dominanz. Aber auch im Schweizer Onlinehandel nehme die Machtkonzentration weiter zu.

Im Vorjahr kamen noch sieben der zehn umsatzstärksten B2C-Onlinehändler aus der Schweiz, dieses Jahr ist es einer weniger. Ausländische Anbieter – allen voran Wish und Aliexpress – sind auf der Rangliste stark vorgerückt und zwar auf Kosten der Schweizer Anbieter, schreibt Carpathia. Dass internationale Händler im Vergleich zu den Schweizern überproportional wachsen, sei keine Überraschung mehr. Von 2017 auf 2018 haben die ausländischen Anbieter um fast 20 Prozent zugelegt und der Anteil der ausländischen Onlineshops an den Schweizer Onlinehandels-Umsätzen liege bereits bei 20 Prozent.
 
Vergangenes Jahr listete Carpathia Digitec als den Umsatzstärksten Onlineshop. Dieser Titel wurde dem Händler nun von Zalando abgerungen. Der deutsche Onlinehändler erwirtschaftete 2018 in der Schweiz gemäss Carpathia einen Umsatz von 785 Millionen Franken. Digitec steigerte den Umsatz um zwölf Prozent auf 775 Millionen Franken Jahresumsatz und ist damit der zweitgrösste Online-Shop der Schweiz. Zum Vergleich: Aliexpress konnte den Umsatz in der Schweiz im Jahresvergleich um 70 Prozent steigern und Wish verbucht ein Plus von 54 Prozent. "Hält das Wachstum an wie bisher, kratzen Aliexpress und Wish 2019 zusammen an der Milliardengrenze", sagt Alexandra Scherrer von Carpathia der 'Handelszeitung'.
 
Auf den Plätzen sechs und sieben liegen Brack und Microspot mit einem Umsatz von 308 Millionen respektive 242 Millionen Franken. Mit 105 Millionen Franken Jahresumsatz schafft es mit Interdiscount ein weiterer Elektronik-Händler in die Top-15 der Carpathia-Liste.
 
Im B2B-Segment wird das Ranking von Elektro-Material angeführt mit einem Jahresumsatz von 344 Millionen Franken. 14 Millionen Franken weniger Umsatz hat gemäss Carpathia die Nummer zwei Alltron. Vergangenes Jahr lag der Umsatz von Alltron noch fast 80 Millionen hinter jenem von Elektro-Material zurück, wie weiter aus den Ergebnissen hervorgeht. Winterhalter Fenner, Lyreco und Otto Fischer komplettieren die Liste der Top-5 im B2B-Bereich. (kjo)