Abas hat einen neuen Besitzer

Der Solvaxis-Eigentümer Forterro übernimmt den auch in der Schweiz aktiven ERP-Anbieter Abas Software.
 
Der ERP-Anbieter Abas Software wurde verkauft. Käufer ist Forterro, ein Zusammenschluss internationaler ERP-Software-Firmen, unterstützt von Battery Ventures, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Bis anhin befand sich der Softwareanbieter, der auch in der Schweiz aktiv ist, in Privatbesitz. Zum Übernahmepreis des 450 Mitarbeiter zählenden Anbieters wird keine Auskunft gegeben.
 
"Abas ist ein wichtiger strategischer Meilenstein für Forterro, da dies nicht nur unsere achte ERP-Software-Akquisition in Europa, sondern auch unseren Einstieg in Deutschland und somit in Europas grössten Fertigungsmarkt darstellt," so Jeff Tognoni, CEO von Forterro. Mit dem Zukauf gewinne man ein "starkes Produkt, eine etablierte Marke, einen grossen und loyalen Kundenstamm", fügt er an.
 
Abas wurde 1980 gegründet und hat eigenen Angaben zufolge rund 4000 Unternehmenskunden in 30 Ländern. Der ERP-Anbieter ist insbesondere auf fertigungsnahe Unternehmen spezialisiert. In der Schweiz ist Abas mit zwei Partnern präsent. Diese zählen zusammen 35 Mitarbeitende an drei Standorten: Abas Competence Partner in St. Gallen sowie Abas Consulting in Volketswil und Grange-Paccot, schreibt das Unternehmen auf Anfrage. Zu den Kunden in der Schweiz gehören etwa der Landmaschinenhersteller Agrar Landtechnik, der Sensorik-Spezialist Bomatec Holding und der Hersteller von Lichtsystemen Tulux.
 
Der neue Abas-Besitzer hat seine Zentrale in Austin, Texas, und ist ein Zusammenschluss aus ERP-Anbietern, die Software für KMU in speziellen geografischen oder vertikalen Märkten bieten. Zu Forterro gehört auch Solvaxis (Proconcept). Bei Battery Ventures handelt es sich um einen auf Tech-Unternehmen spezialisierten Risikokapitalgeber mit Sitz in Boston. Aus der Branche sind auch kritische Stimmen zu hören, ob und wie sich ERP-Anbieter in den Händen von auf Profit ausgelegten Investoren weiterentwickeln können. Es bestehe die Befürchtung, sagt uns ein Brachenkenner, dass bei der Weiterentwicklung gespart werde, dass sich die Wartungskosten erhöhten oder die Qualität unter dem fehlenden persönlichen Commitments leide. (kjo)