Broadcom ist offenbar an Symantec interessiert

Der Chiphersteller Broadcom wolle Symantec kaufen, berichtet 'Bloomberg' mit Verweis auf mit der Angelegenheit betraute Personen. Die Gespräche seien fortgeschritten und eine Einigung könnte schon in den kommenden Wochen erzielt werden. Ein Deal aber, so wird betont, sei noch nicht beschlossen. Auf Anfrage des US-Wirtschaftsmagazins wollte sich Symantec nicht zu den Berichten äussern und Broadcom sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen.
 
Nach der Übernahme von CA Technologies für 18,9 Milliarden Dollar vor rund einem Jahr wäre dies der zweite grosse Deal von Broadcom im Softwarebereich. Die 'Financial Times' schätzt das Volumen der Transaktion auf über 15 Milliarden US-Dollar.
 
Der Security-Softwareanbieter Symantec hat eine turbulente Zeit hinter sich. Vergangenen Mai wurde eine Untersuchung bekannt. Symantec hat sich eigenen Angaben zufolge freiwillig an die Börsenaufsicht gewandt und untersuchte, ob die Buchhaltung allen Standards genüge. Die Untersuchung endete mit einem angepassten Gewinn. Zuvor gab es Gerüchte über einen möglichen Verkauf. Im August 2018 kündigte das Unternehmen einen Stellenabbau an und Mai 2019 verliess CEO Greg Clark überraschend das Unternehmen.
 
Nach dem Bekanntwerden der Übernahmegerüchte legte die Symantec-Aktie zwischenzeitlich um 22 Prozent zu, wahrend die Broadcom-Papiere vier Prozent an Wert verloren. Ein von 'Bloomberg' zitierter Analyst nennt die Pläne von Broadcom "ambitioniert". Symantec habe auch im Kerngeschäft Marktanteile verloren und müsse sich gegen wachsende Konkurrenz behaupten. Broadcom-CEO Hock Tan müsste bei Symantec aggressiv Kosten senken und gleichzeitig für einen stabilen Umsatz sorgen, so der Analyst. (kjo)