Notter kauft RedIT Dynamics und gründet neue Firma RedPoint

Markus Notter erklärt die Gründe und Vorteile eines Alleinganges.
 
Der ERP-Teil RedIT Dynamics wird aus der Beelk Group herausgelöst, dies meldet das Unternehmen. Neuer Besitzer ist der langjährige Geschäftsführer und bisherige Mitinhaber, Markus Notter. Die unabhängige Firma mit rund 30 Mitarbeitenden tritt neu unter dem Namen "RedPoint" auf.
 
Die Geschäftsleitung und allen Mitarbeitenden bleiben an Bord, so die Mitteilung.
Die umfirmierte RedPoint entwickelt weiterhin ERP-Unternehmenssoftware für KMU auf der Basis von Microsoft Dynamics NAV/365 Business Central.
 
Bislang hatte man bei RedIT damit geworben, man könne alles aus einer Hand bieten. Synergien zwischen der Firma RedIT Services und dem ERP-Business habe es aber nicht gegeben, erklärt Notter auf Anfrage. Man sei immer auf einem anderen Geleise gefahren.
 
Der neue 100-Prozent-Besitzer sagt, dass seine neue RedPoint schnellere Entscheidungswege und mehr Agilität ermögliche. Das sei wichtig, wenn neue Generationen von Dynamics anstehen und jedes Mal Investitionen nötig seien.
 
Als zweiten Grund und Vorteil der neuen Autonomie wird genannt, man könne nun besser projektbezogene Partnerschaften bilden. Dies werde immer wichtiger. "Ein ERP haben viele, die Synergien liegen beim Anbinden von Umsystemen wie Barcode oder mobilen Lösungen. Da gibt es gute, bestehende Firmen", erklärt Notter. In diesem Bereich wolle seine Firma fitter sein und fitter werden als bislang. Das sei auch eine Kulturfrage, fügt er an.
 
Was bleibt bei der neuen RedPoint sind Verträge mit 180 aktiven Kunden, der Standort Zug plus die Filialen in Frauenfeld und Rothenburg, ebenso das rund 30köpfige Team. "Wir sind langjähriger Partner unserer Kunden", so Notter. Es seien Branchenkenntnisse und personelle Stabilität wichtig und Fluktuation sei Gift. "Dem wollen wir Sorge halten und sind sehr zuversichtlich", so Notter.
 
Zur Zuversicht trägt für ihn auch bei, dass man im Schweizer ERP-Markt eine kritische Grösse habe, nun besser aufgestellt sei und mehr Flexibilität habe.
 
Im ERP-Markt war bislang viel Dynamik, speziell mit Übernahmen durch Boss Info, zu verzeichnen. Ein wichtiges Thema waren Nachfolgeregelungen. Kleinere Anbieter würden nun wohl primär Bestandeskunden pflegen, so Notter, aber mit neueren Nav-Versionen bleibe es im Markt spannend.
 
Wenn nun der Generationenwechsel im Dynamics-Markt stattfinde, sei man gerüstet, so der 54-jährige, der seit elf Jahren bei RedIT Dynamics ist und das Unternehmen seit Herbst 2010 als Vorsitzender der Geschäftsleitung geführt hat. (mag)