IBM verzichtet auf Kauf der Mainframe-Sparte von T-Systems

T-Systems kann seine Mainframe-Sparte nicht an IBM verkaufen. Nach Bedenken des Bundeskartellamtes trat IBM von der Anmeldung des Erwerbs zurück, wie es in einer Mitteilung der deutschen Behörde heisst.
 
Im Januar 2019 wurde der Verkauf des T-Systems-Bereichs für den Betrieb von Mainframes für 860 Millionen Euro an IBM bekannt gegeben. Im Rahmen des Deals sollten rund 400 Mitarbeiter in sechs Ländern den Arbeitgeber wechseln, darunter auch 13 in der Schweiz.
 
Ende Mai hatte das Bundeskartellamt angekündigt, den Deal länger prüfen zu wollen und meldete nun Bedenken wegen einer marktbeherrschenden Stellung von IBM an.
 
Das Geschäft mit Grossrechnern sei immer noch "ein Milliardenmarkt", sagt der Präsident des Kartellamtes Andreas Mundt in der Mitteilung. "IBM hat hier im Europäischen Wirtschaftsraum nach unserer vorläufigen Einschätzung eine marktbeherrschende Stellung inne, die durch die Übernahme von Personal und wesentlicher Infrastruktur des Wettbewerbers T-Systems weiter verstärkt worden wäre."
 
Das Vorhaben sei im Rahmen eines fusionskontrollrechtlichen Hauptprüfverfahrens vertieft untersucht worden. "Das Verfahren ist aufgrund der Rücknahme der Anmeldung ohne eine förmliche Entscheidung des Bundeskartellamtes zu Ende gegangen. Der Zusammenschluss darf damit nicht vollzogen werden", schliesst die Mitteilung. (paz)