Swisscom und Finnova gewinnen ersten Kunden für neue Plattform

Die Habib Bank Zürich kauft Private Banking as a Service ein.
 
Die Habib Bank Zürich lagert einige IT-Lösungen und standardisierte Backoffice-Prozesse an Swisscom aus. Dies meldet der Telco.
 
Konkret heisse dies: Erstens gebe Habib Bank zukünftig die gesamte IT-Plattform mit dem Kernbankensystem Finnova inklusive Umsystemen in die Hände von Swisscom. Es handle sich um "Full managed Private Banking as a Service" von Swisscom.
 
Finnova liefert das Core-System und Swisscom als Reseller übernimmt alles Weitere. Die Rolle von Swisscom sei dabei die Koordination und Führung sämtlicher Lizenzen und Sublieferanten und der blaue Riese sei ebenfalls für die Architektur des Gesamtsystems und dessen Weiterentwicklung zuständig, präzisiert man in Lenzburg und Bern.
 
Zweitens sourct Habib Bank Zürich die standardisierten Backoffice-Prozesse völlig an Swisscom aus. Dazu zählt der Zahlungsverkehr und die Wertschriftenabwicklung inklusive Valorenbewirtschaftung und Complianceunterstützung.
 
Dabei geht es um das Wealth Management in der Schweiz und die internationalen Habib-Kunden, präzisiert man seitens Finnova auf Anfrage. Das internationale Retail-Geschäft der Bank mit ihren 393 Standorten und über 5000 Mitarbeitenden behält diese bei sich. Laut Eigenangaben bieten die Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika Handelsfinanzierungs-, Unternehmens-, Konsum-, Privat-, Retail- und Korrespondenzbankprodukte. Auch werde die Bankenlösung hPLUS, welche die Bank seit 1994 selbst entwickelt hat, nicht durch Finnova abgelöst.
 
Nichtsdestotrotz ist Habib Bank Zürich der erste Kunde für die Private Banking Plattform von Finnova und Swisscom. Und in Lenzburg hofft man, dass weitere rasch folgen mögen.
 
"Ausschlaggebend für den Entscheid zugunsten der Finnova Banking Software waren sicherlich die hohe Stabilität, innovative Features wie beispielsweise der neue digitale Arbeitsplatz – Advisory Workbench – oder das Investment Cockpit sowie das hohe Mass an Flexibilität, einerseits hinsichtlich Integration von Drittapplikationen und andererseits hinsichtlich Partnern für den Betrieb und Business Process Outsourcing", lässt sich Hendrik Lang, CEO von Finnova, zitieren.
 
Laut Walter Mathis, Leiter Shared Services der Habib Bank, war entscheidend, dass Swisscom die Anforderungen einer Privatbank verstehe, und laut Mathis "über einen bemerkenswerten Leistungsausweis verfügt".
 
Der Launch des Projekts erfolge im November 2019, wird in der Mitteilung angekündigt. Die Projektdauer beträgt laut Finnova sechs bis acht Monate.
 
Swisscom und Finnova sind seit längerem Partner, und der Telco hält seit 2015 neun Prozent der Aktien der Lenzburger Software-Schmiede. Laut Eigenangaben setzen über 100 Banken Finnova-Produkte ein. (mag)
 
Präzisierung (4.6.2019): Die Plattform stammt von Swisscom und basiert auf Finnova und damit gewinnt Swisscom eine erste Privatbank als Kunden.