Zuger High-Tech-Firma fällt Spionen zum Opfer

Die Zuger Hightech-Firma Besi Switzerland wurde erfolgreich von China ausspioniert. Dies ergaben laut 'SonntagsZeitung' Ermittlungen der Bundesanwaltschaft.
 
Besi Switzerland ist eine Tochterfirma des gleichnamigen Konzerns Besi aus Holland und vor allem spezialisiert auf "Die Bonding"-Anlagen für die Halbleiter-, Telekommunikation- und Smart Card-Industrie.
 
Die Betriebsspionage lief erfolgreich ab und die von Singapur aus operierenden Chinesen erbeuteten "mindestens 770" geheime Dokumente. Darunter zumeist "Pläne zum Bau von Apparaturen und patentrechtlich geschützte Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnisse", wie die Zeitung schreibt.
 
Besi aber wurde nicht gehackt, vielmehr lieferte ein bestochener asiatischer Kadermann "kistenweise" kopierte Dokumente als Postpaket von Zug nach Singapur.
 
Dafür erhielt der Besi-Angestellte total 35'000 Franken. Inzwischen wurde er von der Bundesanwaltschaft mit einem Strafbefehl zu einer Busse von ebenfalls 35'000 Franken verurteilt.
 
Besi Switzerland hat laut Eigenangaben 110 Mitarbeitende und positioniert sich als "eine der weltweit führenden Firmen in der Entwicklung und Herstellung von hochpräzisen Bestückungsmaschinen für die Halbleiterindustrie." Unter den Kunden seien die führenden Chip-Hersteller, aber auch unabhängige Gerätehersteller. "Die Bonder" klebt Silizium-Chips auf ein Trägermaterial.
 
Das Zuger Unternehmen selbst äussert sich nicht zu diesem aufsehenerregenden Fall von Industriespionage. An der holländischen Börse ist bis anhin kein negativer Einfluss der Meldung zu erkennen. (mag)