Das BIT sucht einen neuen Direktor

Giovanni Conti. Bild: BIT
Giovanni Conti gibt nach acht Jahren das Amt ab. Der Grund sind strategische Differenzen mit Ueli Maurer.
 
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) verliert seinen langjährigen Direktor. Das Arbeitsverhältnis mit Giovanni Conti werde per Ende August 2019 in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst, schreibt das BIT.
 
Als Grund dafür nennt das Amt unterschiedliche Auffassungen über die Weiterentwicklung des BIT, namentlich zwischen Bundesrat Ueli Maurer und Giovanni Conti. Im Rahmen der digitalen Transformation gebe es grundlegende strategische Fragen, die geklärt werden müssten, erklärt Peter Minder, Leiter Kommunikation Finanzdepartementes, auf Anfrage von inside-it.ch. Konkret müssten für die Strukturen und Prozesse, anhand derer das BIT seine Aufgaben erfülle, neue Zielbilder
definiert werden. Weiter will man die Differenzen nicht kommentieren.
 
Conti war im April 2011 vom Bundesrat zum Direktor des Bundesamtes ernannt worden. Er kam damals von Swisscom, wo er nach verschiedenen Managementfunktionen zuletzt drei Jahre als Leiter Governance im Geschäftsbereich Netz & IT amtete. Der 56-Jährige hat eine Ausbildung als IT-Ingenieur der ETH und doktorierte in den Technischen Wissenschaften.
 
In den acht Jahren seines Wirkens habe er die technologischen Entwicklungen zugunsten der Leistungsbezüger des BIT entscheidend weitergebracht und Effizienzsteigerungen implementiert, lobt das Bundesamt den abtretenden Direktor. Und auch der Bundesrat "dankt dem scheidenden Direktor Conti für seine Arbeit im Dienst des Bundes und spricht ihm seine Anerkennung aus", wie es weiter heisst.
 
Giovanni Conti wird das BIT mit seinen 1100 Mitarbeitern noch bis Mitte Juni 2019 leiten. Die Stelle des Direktors wird im ordentlichen Verfahren neu ausgeschrieben. Vorläufig übernimmt der stellvertretende Direktor Markus Hänsli die Leitung.
 
Das BIT stand in der jüngeren Vergangenheit öfter in der Kritik: Zwar attestierte die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) dem Bundesamt noch im April, dass durch eine Reorganisation die Effizienz gesteigert werden konnte. Allerdings würden BIT-Projekte jeweils überdurchschnittlich lange dauern. Unklarheiten und Missverständnisse führten zu aufwendigen Diskussionen oder gar zum Projektabbruch.
 
Zudem monierte die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte (FinDel) ebenfalls im April in ihrem Jahresbericht, dass es keine Gesamtsicht über die bundesweite Architektur für die Informations- und Kommunikationstechnik gebe. Das würde man bei einzelnen IKT-Projekten sehen. (ts, mit Material von Keystone-sda)