"3D-Druck wird HPs grösste Business-Unit"

Es ist den Organisatoren des diesjährigen HP Solutions Day gelungen, mit Christoph Schell ein grosses Tier aus der HP-Hierarchie in die Schweiz zu holen. Schell, der gestern in Spreitenbach auftrat, ist für HPs 3D-Druck-Business im Range eines President verantwortlich. HP werde nun rasch den 3D-Druck mit neuen Materialien ermöglichen, sagte Schell. Bis Ende Jahr werde der "Druck" mit Metallen möglich sein. Die technologische Entwicklung des 3D-Drucks verlaufe schneller, als man es sich noch vor einem Jahr vorgestellt habe.
 
Doch der Durchbruch der additiven Fertigung, wie man 3D-Druck auch nennt, steht erst bevor. Die erste Branche, die von der Technologie richtig durchgerüttelt wird, ist die der Kieferorthopäden. Zahnspangen lassen sich mit 3D-Druck nämlich um Faktoren billiger herstellen als bisher. Schell: "Kieferorthopäden haben ein Problem." Zum Schluss machte Schell eine gewagte Aussage: 3D-Druck werde früher oder später der grösste Geschäftsbereich von HP sein.
 
Die Aussage steht jedenfalls nicht im luftleeren Raum. Denn gestern hat HP auch den strategischen Ausbau im 3D-Bereich sowie ein entsprechendes Portfolio dafür bekannt gegeben. Um die digitale Transformation der Fertigung zu erleichtern, sei man Allianzen mit BASF für neue 3D-Druckmaterialien, Materialise für neue Anwendungsszenarien und Siemens für branchenspezifische End-to-End-3D-Druckfertigungsanlagen eingegangen, teilte HP mit.

Zudem habe man mit dem HP Digital Manufacturing Network eine neue globale Gemeinschaft bewährter 3D-Druckteileanbieter für grosse Formate gegründet. Auf dieser Basis wolle man neue Partnerschaftsmodelle aufgleisen, die zu neuen Geschäftsmodellen führen würden, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Ziel sei zunächst mit Partnern in den USA, Asien und Europa via 3D-Druck Kunststoff- und Metallteile im Massstab 1:1 zu entwickeln, zu produzieren und zu liefern. Erste Unternehmen habe man bereits für das Netzwerk gewinnen können.
 
Das Digitalisierungspotential für Unternehmen schlummert laut HP darin, dass die Entwicklung neuer Produkte beschleunigt, die Markteinführungszeit verkürzt, schlankere Lieferketten geschaffen und der CO2-Fussabdruck in den Unternehmen reduziert werden könne.
 
Helfen soll dabei eine neue Jet Fusion 3D-Drucklösung der 5200er Serie, die ebenfalls soeben lanciert worden ist. Es handle sich um ein industrielles 3D-Drucksystem, das die volle Produktion umfasse und ein neues Niveau in Sachen Fertigungsplanung, Effizienz, Präzision, Reproduzierbarkeit und Qualität bietet, wie HP schreibt. Um diese Optimierungen zu erreichen, habe man neue Funktionen in Sachen Datenintelligenz, Services und Software integriert. Eingesetzt werde die Jet Fusion 5200-Serie bereits im Autobau, der Industrie und Fertigung sowie in der Konsumgüterbranche. (hc/vri)