Swisscom schnappt sich United Security Providers (Update)

Die Berner Security-Anbieter sollen in ein neues "Security Kompetenz-Cluster" der Swisscom integriert werden. USP-Partner erklären ihre Position.
 
Viele Partner des Berner Unternehmens United Security Providers, von Abraxas über Econis, Elca oder ITPoint bis zu UPC dürften diese Entwicklung mit Spannung bis Sorge verfolgen: Swisscom, nicht nur der grösste Telco sondern auch ein ICT-Dienstleistungsschwergewicht in der Schweiz, übernimmt den Berner Security-Software-Anbieter und Security-Dienstleister.
 
Im Schweizer Security-Business ist, unter anderem aufgrund des Drucks der Swiss IT Security Gruppe (Execure) und CymbiQ (Ispin) ein Rennen um Grösse ausgebrochen, in das sich jetzt auch Swisscom verstärkt einmischt.
 
United Security Providers beschäftigt gegenwärtig laut Angaben auf seiner Website rund 100 Security Spezialisten in Niederlassungen in Bern, Zürich und London. Seine Haupt-Standardprodukte sind Web Access Management und Network Access Control. Swisscom war bereits Vertriebspartner für diese Produkte, die nun "tiefer im Portfolio von Swisscom" verankert werden sollen, wie Urs Lehner, Leiter Swisscom Enterprise Customers und Mitglied der Konzernleitung sagt.
 
Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
 
United Security Providers soll laut der Swisscom-Mitteilung als eigene Gesellschaft und Marke weiterexistieren. Das bisherige Management rund um Firmengründer und CEO Michael Liebi werde an Bord bleiben und so für Kontinuität sorgen.
 
Gleichzeitig sollen die Berner in ein "Security-Kompetenz-Cluster" von Swisscom mit künftig gut 200 Sicherheitsspezialisten integriert werden.
 
"Ich bin besorgt"
Wir haben drei zertifizierte Partner von United Security Providers zu ihrer Einschätzung der Übernahme befragt.
 
Roland Singer, Gründer und Inhaber von ITpoint, erklärt: "Wir sind USP-Partner und arbeiten relativ oft und sehr gut mit der Firma zusammen. Sie sind sehr schnell, flexibel und persönlich. Wir haben auch eine sehr gute Zusammenarbeit mit Swisscom und machen viele Services für sie. Grundsätzlich partnern wir also mit beiden sehr gut. Aber ich bin dennoch besorgt, dass die flexible Arbeitsweise und Art von USP in einem Koloss wie Swisscom verloren gehen könnte. Darum hoffe ich, dass USP seine Freiheiten behalten kann, und vielleicht wird aus Eins plus Eins sogar Drei."
 
Abraxas ist ebenso Partner. "Wir haben bislang bei gewissen Kunden mit United Security Providers zusammengearbeitet, aus unserer Sicht werden wir zusammenarbeiten wie bislang", erklärt Abraxas-CEO Reto Gutmann auf Anfrage.
 
Urs Rufer, CEO von TerreActive, hat eine dritte Optik auf die Übernahme: "Die Konsolidierung im Cyber-Security-Bereich geht mit grossen Schritten voran. Dass nun zwei Schweizer Anbieter ihre Kräfte bündeln, bestärkt uns in unserer Strategie für den lokalen Schweizer Markt, in der die Managed-Security-Services bereits seit 1996 fest verankert sind. Als unabhängiger Anbieter von SOC-Services bieten wir unseren Kunden eine wettbewerbsfähige Alternative zu globalen und grossen Anbietern, die teils mehr Fokus auf ein Produkt denn auf Lösung legen." (hjm/mag)
 
Anmerkung (9.5.2019): Der Text wurde mit den Statements von Partnern ergänzt.