Microsoft: "Windows erhält einen vollwertigen Linux-Kernel"

Die langjährige Feindschaft von Microsoft und Linux scheint zur bald vergessenen Episode der Tech-Geschichte zu werden, nun da Open Source und insbesondere Linux zum Mainstream geworden ist. Das hat man in Redmond erkannt, und ermöglichte es bis anhin, Linux via ein Windows Subsystem for Linux (WSL) auszuführen.
 
Nun kündigt Microsoft an, den Linux-Kernel in Windows zu integrieren. "Eine Bombe!" heisst es von Fachleuten samt Ausrufezeichen.
 
Konkret besagt die Ankündigung, ab Sommer 2019 werde Microsoft zusammen mit den Insider-Builds von Windows 10 und der neuen WSL-Version einen vollwertigen Linux-Kernel ausliefern. Der Kernel wird Open Source sein und die Community erhält über GitHub Zugriff. "Fully Open Source!" schreibt ein Microsoft-Blogger dekoriert mit einem Ausrufezeichen.
 
Aber, wenn wir den Microsoft-Developer-Post und die Kommentare richtig verstehen, dann ersetzt Microsoft den Windows-Kernel nicht. Natürlich nicht, mag man anmerken. Der Linux-Kernel wird als "virtuelle Maschine" ausgeführt.
 
Der Linux-Kernel selbst wird zunächst auf Linux Version 4.19 basieren, der neuesten stabilen LTS-Version. Per Ende 2019 ist damit zu rechnen, dass die finale Version ausgeliefert wird.
 
Linux wird heute von den meisten Webservern der Welt unterstützt und unterstützt Android, das global beliebteste mobile Betriebssystem. Dies zwang Microsoft wohl dazu, das Konkurrenzsystem zu respektieren. In einer ersten Phase begann der Konzern damit, Linux auf Azure zu unterstützen. Dann begann die Veröffentlichung von Software für Android und Linux und die interne Verwendung von Linux für den Azure-Betrieb. Und jetzt bringt Microsoft das Linux-Herz in Windows ein. (mag)