Uri: Regierung muss Strategie zur Förderung von Open Source erarbeiten

Die Urner Regierung wird sich damit beschäftigen, wie Open-Source-Software im Innerschweizer Kanton strategisch gefördert werden kann. Das Parlament hat ein entsprechendes Postulat überwiesen.
 
Dieses hatte der Altdorfer Landrat Kurt Gisler (CVP) im Dezember 2018 eingereicht. Der Elektro-Ingenieur stellte dabei einige Fragen: Welches Potential sieht die Regierung in Open-Source-Software? Ist sie bereit den Ansatz in die IT-Strategie aufzunehmen? Welche Massnahmen werden dafür ergriffen?
 
Die Regierung antwortete bereits im März und liess durchblicken, dass sie eigentlich lieber bei proprietärer Software bleiben würde. Die Regierung verwies in ihrer Antwort auf die Linux-Versuche des Kantons Solothurn und der Stadt München, die "mit grossen finanziellen Aufwendungen und Openoffice-Produkten gescheitert" seien.
 
Allerdings würden heute im Kanton auch schon Open-Source-Lösungen eingesetzt, hält die Regierung fest. Genannt wir die Software CAMAC für die Eingabe und Bearbeitung von Baubewilligungen sowie deren Datenbank. Man wolle aber auch künftig die Wahl der Software von sämtlichen Zuschlagskriterien abhängig machen und das wirtschaftlich günstigste Angebot wählen, so die Regierung.
 
Sie kommt zum Schluss: "Da die bestehende IT-Strategie den Einsatz von Open-Source-Software in ihrer Formulierung bereits zulässt (wo dies sinnvoll und kosteneffizient ist), erachtet der Regierungsrat deshalb eine Präzisierung der Strategie für nicht notwendig." Das Postulat solle deshalb nicht überwiesen werden, empfahl die Regierung dem Parlament.
 
Dies sah der Landrat nun anders. Mit 38 zu 18 Stimmen nahm er das Postulat an. Trotz ihrer 15-seitigen Antwort vom März ist die Regierung damit beauftragt, einen Bericht zu erstellen, wie Open-Source-Software im Kanton Uri strategisch gefördert werden kann.
 
Landrat Gisler dürfte zufrieden sein. Er erhofft sich dank Open Source mehr Arbeitsplätze, gesteigerte Wertschöpfung und eine Verbesserung des kantonalen Images, wie aus dem Postulat hervorgeht. Der Ansatz sei wichtig, um das Heft in die eigene Hand zu nehmen, argumentiert er und fordert: "Auf Stufe Kanton sollten wir genau das tun". (ts)