Namics: Stellenabbau wegen "angespannter Auftragssituation"

Nach einigen Jahre des Wachstums in Deutschland habe sich dort die Situation verändert. Dies wirke sich auch auf die Schweiz aus, sagt uns Namics-CEO Bernd Schopp.
 
Letzten Oktober verkauften die 29 Partner Namics an den japanischen Konzern Dentsu. Gleichzeitig wurde die St. Galler Digitalagentur Teil der US-Digitalmarketing-Tochter Merkle und heisst seither "Namics – A Merkle Company".
 
"Der Käufer will alle Mitarbeiter von Namics übernehmen, und auch die Standorte sollen bestehen bleiben", hiess es im Oktober. Nun kursieren Gerüchte, dass Namics in Deutschland 20 Mitarbeitende abbaue und in St. Gallen vier Namics-Fachleute ihre Stelle verlieren.
 
Stimmt das Gerücht? Auf Anfrage von inside-channels.ch antwortet Bernd Schopp, Namics CEO: "Es ist richtig, dass wir in Deutschland mit Mitarbeitern im Gespräch sind, das Arbeitsverhältnis aufzulösen."
 
Man sei in Deutschland über drei Jahre hinweg jeweils um mehr als 20 Prozent gewachsen, aber die Situation habe sich verändert: "In Deutschland stehen wir aktuell vor den Herausforderungen, dass unser Bestandskundengeschäft stagniert und gewonnene Projekte von Neukunden verschoben werden. Gleichzeitig sind wir personell das letzte halbe Jahr nochmals deutlich gewachsen, was nun in Deutschland zu Überkapazität geführt hat."
 
Die Auftragssituation sei "angespannt", so Schopp zu inside-channels.ch. Hat dies auch in der Schweiz Konsequenzen? "Diese Situation in Deutschland wirkt sich auch auf Schweizer Mitarbeiter aus", so Schopp, "wenn auch nur in sehr geringem Masse".
 
Die uns von einer informierten Person genannte Zahl von Betroffenen will der Namics-CEO nicht kommentieren, arbeitsrechtliche Gründe würden dies verbieten.
 
"Wir mussten zu diesem letzten Mittel greifen, um Namics als Organisation wirtschaftlich nicht zu schaden. Die Auflösung von Arbeitsverträgen ist für Namics seit jeher der letzte Weg, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze von über 500 Mitarbeitenden an sechs Standorten zu sichern", fügt er an.
 
Doch die Zukunft sehe positiv aus, insbesondere in der Schweiz. Die Kundennachfrage in der Schweiz "wächst perspektivisch" und zudem werde man wegen der normalen Fluktuation "hier mittelfristig wieder einstellen", so Schopp. (Marcel Gamma)