Google-Cloud-Kunden dürfen jetzt auch AWS und Azure nutzen

Der Google-CEO Sundar Pichai hat an der jährlichen Cloud-Kundenkonferenz in San Francisco die Lancierung eines "neuen" Services namens Anthos angekündigt. Anthos ist eigentlich nicht neu: Es handelt sich um eine umbenannte Version von Googles Cloud Services Plattform (CSP) – aber mit einer überraschenden Neuerung. Nun lassen sich damit in einem Hybrid-Computing-Modell nicht nur Ressourcen vor Ort mit der Google Cloud integrieren, sondern auch Ressourcen auf AWS und Azure können eingebunden und verwaltet werden.
 
CSP wurde letztes Jahr lanciert und erst vor einigen Wochen aus dem Betastadium entlassen. Die unter anderem auf Kubernetes basierende Softwareplattform erlaubt es Anwendern, eine "kleine Google Cloud" im eigenen Rechenzentrum zu betreiben und diese eng mit der grossen Google Cloud zu verzahnen.
 
Dass Google dies nun auch mit AWS und Azure möglich macht, werten Beobachter wie beispielsweise 'The Information' als kalkuliertes Risiko. Einerseits könnte man so den beiden grössten Rivalen im Cloud-Geschäft Umsätze zuschanzen. Gleichzeitig könnte man aber auch als Anbieter einer Hybrid-/Multi-Cloud-Plattform ganz neue Kunden gewinnen, die sich nicht an einen einzelnen Hyperscaler binden wollen.
 
Aufgrund einer strategischen Partnerschaft mit Google kann HPE gleichzeitig mit dem Start von Anthos auch gleich passende Hardware präsentieren. HPE kann zwei validierte Designs für Anthos anbieten. Verwendet werden Geräte der SimpliVity-, der Nimble-Storage- und ProLiant-Familie. HPE wird diese Hardware auch "als Service" via sein Pay-per-User-Vertriebsmodell Greenlake anbieten. (hjm)