ICT-Gewerkschaft Syndicom äussert sich gegen Rahmen­abkommen

Die Gewerkschaft Syndicom ist gegen die aktuelle Fassung des Rahmenabkommens mit der EU. Sie sei "ein Angriff auf den Lohnschutz und den Service public" und dürfe vom Bundesrat keinesfalls unterzeichnet werden. Syndicom-Mitglieder aus der ICT-Branche haben deshalb eine entsprechende Resolution verabschiedet.
 
Die Gewerkschaft ist nicht grundsätzlich gegen ein Rahmenabkommen und betont, dass sie weiterhin den bilateralen Weg unterstütze. Angestellte der ICT-Branche, insbesondere Mitarbeitende von Swisscom sowie der Branchen Contact- und Callcenter sowie Netzinfrastruktur, seien aber von der vorliegenden Fassung in mehrfacher Hinsicht direkt negativ betroffen.
 
In den Branchen Netzinfrastruktur sowie Contact- und Callcenter sichern seit 2018 allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge Minimalstandards bei den Arbeits- und Lohnbedingungen, führt die Gewerkschaft aus. Um diese durchzusetzen, brauche es wirksame Kontrollen und Sanktionen in den Unternehmen. Mit dem vorliegenden Rahmenabkommen drohten in diesen Branchen dagegen Lohn- und Sozialdumping.
 
Ausserdem bestehe die Gefahr, dass Swisscom (sowie Skyguide) durch das Rahmenabkommen unter die Regelungen zu staatlichen Beihilfen fallen könnten. Als Folge davon könnte der Privatisierungsdruck zunehmen, glaubt Syndicom. (hjm)