Ricoh Schweiz drängt in den IT-Service-Markt

Der frühere Econis-Chef Toni Fuchs ist bei Ricoh Schweiz für den Aufbau des IT-Service-Bereichs zuständig.
"Wir sind lange auf der Startbahn gestanden." Jetzt will Ricoh Schweiz abheben.
 
Angekündigt wurde es schon vor knapp einem Jahr, aber jetzt erst erfolgt der offizielle Start: Ricoh Schweiz bietet ab sofort auch IT-Services an, die nicht mehr direkt mit seinem Kerngeschäft Printing und Print-Services zusammenhängen. Zum Portfolio von Ricoh als IT-Service-Anbieter gehören Managed Workplace, Managed Mobility, Managed Cloud-Services, Applikationsmanagement, Managed Security sowie ITIL Lifecycle Services.
 
"Wir sind ziemlich lange auf der Startbahn gestanden", erklärte dazu Marketing Director Rolf Kälin gegenüber inside-channels.ch. "Jetzt sind wir ein paar Meter weit abgehoben. Aber natürlich wollen wir noch viel höher." Ricoh habe aber bereits einige Kunden für seine IT-Services, zum Beispiel auch aus dem Bankenbereich.
 
Gefunden hat Ricoh laut Kälin auch Partner, die bestimmte Services im Auftrag von Ricoh übernehmen. Im Kern der Businessidee von Ricoh steht aber der Glaube, dass viele Kunden sich nur einen Ansprechpartner für Print- und IT-Services wünschen. Toni Fuchs, als Head of IT & Digitalisation Services Leiter des neuen Bereichs, sagt dazu: "Das Gros der Kunden möchte die Zahl der Partner und damit die Zahl der Schnittstellen reduzieren. Mit unserem erweiterten IT-Service-Portfolio können wir für den Kunden die zentrale Anlaufstelle oder der alleinige Ansprechpartner für IT-Fragen sein."
 
Fuchs arbeitet seit fast 30 Jahren in der IT-Branche. Bevor er zu Ricoh stiess arbeitete er neun Jahre lang für Econis, zuletzt ab 2015 als CEO. Im letzten Juni kam er zu Ricoh Schweiz. Laut Kälin wurde er gezielt eingestellt, um den neuen Bereich aufzubauen.
 
Ricoh Schweiz beschäftigt gegenwärtig rund 350 Mitarbeitende. Wie viele davon widmen sich nun dem IT-Service-Bereich? Laut Kälin sind es gegenwärtig fünf, welche direkt für die neue Geschäftseinheit arbeiten. Zusätzlich könne man auf rund ein Dutzend weitere Consultants im Unternehmen zurückgreifen.
 
Zudem kann Ricoh Schweiz auch auf internationale Ressourcen zugreifen, wie Toni Fuchs betont. Dazu gehören auch eigene Software-Entwicklerteams in Italien und Spanien und ein Service Operations Center in Polen. Ricoh Schweiz dürfte wohl zuerst, seine grosse Basis an Schweizer Printing-Kunden anzugehen und zu versuchen, ihnen zusätzlich IT-Services zu verkaufen. Fuchs sieht aber auch neue Chancen bei international tätigen Kunden mit Schweizer Hauptsitz.
 
Ricoh Schweiz folgt mit der IT-Service-Initiative dem Vorbild des Konzerns. Weltweit erzielt Ricoh mit IT- und IT-nahen Dienstleistungen nach eigenen Angaben bereits mehr als 20 Prozent des Umsatzes. (Hans Jörg Maron)