Uni-Abgänger sollen einfacher in der Schweiz arbeiten können

Es dürften künftig vermehrt ausländische Informatiker ab ETH oder Universität auf den hiesigen Arbeitsmarkt kommen.
 
Ausländische Informatiker und andere Spezialisten in Mangelberufen, die in der Schweiz ausgebildet wurden, sollen nach ihrem Studium einfacher in der Schweiz arbeiten können. Nach dem Nationalrat unterstützt auch der Ständerat eine entsprechende Motion.
 
Er stimmte der Motion von Marcel Dobler (FDP/SG) deutlich zu. Diese bezieht sich auf ausländische Uni- und ETH-Absolventen aus Drittstaaten mit einem Abschluss in einer Branche mit ausgewiesenem Fachkräftemangel, beispielsweise in Mint-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
 
Dobler argumentierte, etwa 1000 Masterabsolventen und Doktoranden aus Drittstaaten könnten jährlich aus den Mint-Studien oder dem Medizinstudium in der Schweiz auf den Arbeitsmarkt kommen.
 
Ausländische Fachhochschulabsolventen seien wichtige Arbeitskräfte im Schweizer Arbeitsmarkt, sagte Pascale Bruderer (SP/AG) namens der staatspolitischen Kommission des Ständerats. Es müsse verhindert werden, dass die hier ausgebildeten, teuren Spezialistinnen und Spezialisten das Land verlassen, weil die Kontingente ausgeschöpft seien.
 
Bruderer erläuterte, dass Angehörige der EU-/Efta-Staaten bereits eine privilegierte Zulassung haben. Hochschulabsolventen von Drittstaaten würden jedoch nur sechs Monate von einem erleichterten Zugang profitieren. Danach stünden sie in Konkurrenz um einen Kontingentplatz mit anderen, bereits ausgebildeten Fachkräften.
 
Gemäss dem Motionär Dobler, der auch Präsident des Dachverbands ICTswitzerland ist, sind diese Kontingente jedoch rasch ausgeschöpft. Die erwähnte Personenkategorie müsse daher von den Kontingenten ausgenommen werden.
 
Der Bundesrat stellte sich gegen den Antrag. Mit den bestehenden erleichterten Zulassungsvoraussetzungen für Absolventen von Schweizer Hochschulen könne dem Anliegen des Motionärs bereits heute Rechnung getragen werden, sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter.
 
Der Bundesrat lehne deshalb weitere Ausnahmen vom Kontingentsystem ab. Er wurde jedoch überstimmt und muss nun die Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) abändern. Die Motion verlangt, dass Absolventen von Schweizer Hochschulen "einfach und unbürokratisch in der Schweiz bleiben können". (mag/sda)