Auch ausländische Online-Marktplätze sollen Mehrwertsteuern zahlen

Zwar gilt neu seit dem 1. Januar 2019, dass Versandhändler aus dem Ausland sich im Mehrwertsteuer-Register eintragen müssen und steuerpflichtig werden, wenn ihr Mindestumsatz mit Kleinsendungen pro Jahr 100'000 Franken ausmacht. Doch dem haben sich bisher nicht zuletzt grosse Plattformen wie Aliexpress, Amazon, Wish und Co. entziehen können. Das Argument: Sie sind nicht Verkäufer, sondern mit ihren Onlinemarktplätzen und Dienstleistungsplattformen aus steuerrechtlicher Sicht nur Vermittler.
 
Das wird sich ändern. So verlangt eine Motion von CVP-Ständerat Beat Vonlanthen vom Bundesrat, "Massnahmen zu treffen, um ausländische Online-Marktplätze und Dienstleistungs-Plattformen bei Lieferungen oder Dienstleistungen in die Schweiz der Mehrwertsteuer zu unterstellen". Hochrechnungen von Marktbeobachtern hätten gezeigt, führt er aus, "dass aufgrund der ungenügenden gesetzlichen Möglichkeiten ab 2020 jährlich rund 100 Millionen Franken MwSt. dem Fiskus entgehen.
 
Nach dem Ständerat ist die Motion soeben auch vom Nationalrat angenommen worden. Der Bundesrat hatte sich schon in der kleinen Kammer bereiterklärt, den Vorstoss anzunehmen. Es sei sinnvoll, die bestehenden Lücken zu schliessen, so Finanzminister Ueli Maurer damals. Nun muss der Bundesrat die entsprechenden Massnahmen aufgleisen. (vri)