Channel-Lobeshymnen für Schweizer Azure

Angesichts dessen, wie oft das Matterhorn als Symbol für Cloud "Made in Switzerland" herhalten muss, könnte vielleicht doch jemand mal unsere alte Idee aufgreifen, es gleich selbst in ein RZ umzubauen. Foto: Microsoft
Anscheinend glauben viele hiesige Microsoft-Partner, dass ihnen die Microsoft Cloud Region Schweiz Zusatzumsätze bescheren wird.
 
Vor ziemlich genau einem Jahr hat Microsoft angekündigt, seine Azure-Plattform auch in zwei Schweizer Rechenzentren in den Regionen Zürich und Genf zu betreiben. Inside-channels.ch vermutet, dass sich Microsoft dafür in Rechenzentren von E-Shelter und Safehost eingemietet hat.
 
Nun meldet Microsoft zwar weiterhin nicht offiziell den Standort der RZs, aber immerhin, dass die Inbetriebnahme nach Plan verlaufe. "Wie erwartet, werden die ersten Dienste noch in diesem Jahr verfügbar sein." Microsoft hofft vor allem auf neue Azure-Kunden, die mit sensiblen Daten arbeiten, und ihre Daten daher in der Schweiz speichern wollen oder müssen. Spezifisch genannt werden Unternehmen aus dem Finanz- oder Gesundheitssektor, dem öffentlichen Sektor oder NGOs.
 
Es gibt einige Schweizer IT-Dienstleister, vor allem solche, die eigene Cloud-Infrastrukturen aufgebaut haben, welche der kommenden Konkurrenz durch die Schweizer Clouds von Microsoft und auch AWS und Google nicht gerade freudig entgegenblicken. Aber es gibt offensichtlich bei Channelplayern auch die gegenteilige Einstellung. Diese basiert darauf, dass das neue Verkaufsargument, Azure nun mit Schweizer Datenhaltung anbieten zu können, bei vielen Kunden ziehe. Dadurch hoffen sie auch für sich selbst auf höhere Umsätze, entweder für ihre Azure-Zusatzdienstleistungen oder für eigene Services, die sie auf Azure betreiben.
 
Microsoft hat seine aktuelle Mitteilung vor allem als Gelegenheit genutzt, gleich 16 lobende und hoffnungsvolle Stimmen von Schweizer Channelplayern zu zitieren. Sie stammen von einer breiten Palette von Microsoft-Partnern. Es äussern sich sowohl Schweizer Niederlassungen grosser internationaler Partner als auch regionale IT-Dienstleister, ebenso wie grössere und kleinere Schweizer Softwareanbieter.
 
Oliver Schalch, der CEO von BitHawk (Ex-Bison IT Services) findet beispielsweise: "Die Kombination von innovativen Office- und Azure-Services mit sicherer Datenhaltung in der Schweiz bietet schlicht den "Föifer und das Weggli".
 
"Für unsere Kunden in der Gesundheits- und Finanzbranche ist die Datenhaltung in der Schweiz essentiell, um die Digitalisierung voranzutreiben", glaubt Marco Rast, CEO von Vision-Inside. Ganz ähnliches hofft David Schneider, CTO von Isolutions: "Microsoft geniesst als langjähriger Player bei Schweizer Unternehmen grosses Vertrauen. Deshalb vertrauen auch immer mehr Unternehmen Microsoft ihre Daten an. Wir gehen davon aus, dass sich durch die Einführung der Schweizer Data Center diese Tendenz weiter verstärkt."
 
Auch Schweizer Entwickler von SaaS-Angeboten, die auf Azure laufen, erwarten ähnliche Effekte. Beispielsweise Chris Gogol, Gründer und CEO von WealthArc. "Dank Microsoft Azure können wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren – Vertrieb und Entwicklung. Das gesamte IT-Infrastrukturmanagement überlassen wir den Microsoft-Spezialisten. Mit neuen Hosting-Einrichtungen von Microsoft in der Schweiz können wir unser Geschäft weiter ausbauen und Innovationen auch für die konservativsten Schweizer Finanzinstitute bringen."
 
Oder Valérie Bauloye, Head of Channels & Partner Management bei Appway: "Die Microsoft Cloud Region Schweiz wird viele der Digitalisierungsprobleme der lokalen Finanzdienstleistungsbranche massiv reduzieren."
 
Und auch Joël Winteregg, Mitbegründer und CEO von NetGuardians: "Dank der Zusammenarbeit mit Microsoft und dem Betrieb der KI-Lösung von NetGuardians in den Schweizer Data Centern können wir mehr Finanzinstituten, Unternehmen und Organisationen weltweit eine intelligentere und qualitativ bessere Betrugsbekämpfung bieten."
 
Alle Stimmen, die Microsoft Schweiz zusammengetragen hat, wollen wir hier nicht präsentieren. Aber damit sich niemand ganz übergangen fühlt: Die weiteren hoffnungsvollen Aussagen stammen von PwC, Trivadis, KPMG, Quartal Financial Solutions, Board International, M&S Software-Engineering, Cognizant, Itnetx und DXC. (hjm)