Mercateo hat eine Schweizer Landes­gesellschaft gegründet

Seit Anfang Jahr ist Mercateo in der Schweiz mit einem eigenen Unternehmen vertreten. Wie erst heute mitgeteilt wurde, ist vor zwei Monaten für den Einstieg der B2B-Beschaffungsplattform in den hiesigen Markt die Mercateo Schweiz GmbH mit Sitz in Herrliberg ins Leben gerufen worden.

Zwar sei die Plattform schon seit 2016 für einige Schweizer Kunden über eine Direktverbindung erreichbar gewesen, doch jetzt öffne man sich mit einer Schweizer Webseite, die aktuell über zwei Millionen Artikel verfüge, dem Schweizer Markt. Mercateo hat sich auf die Fahnen geschrieben, den B2B-Handel effektiver und kostensparender zu gestalten und die Akteure am Markt miteinander zu vernetzen.

Mit dem Schritt in die Schweiz treibe man die Internationalisierung voran, wird betont. So ist denn auch mit der hiesigen Firmengründung Thomas Dinkel als erster Mercateo Country Manager in der Schweiz vorgestellt worden. Laut seinem LinkedIn-Profil war er Anfang 2018 als Verkäufer zu Mercateo gestossen und im letzten November zum Schweiz-Chef aufgestiegen. Dinkel gibt an, das Sortiment wesentlich vergrössern zu wollen. Das soll nicht zuletzt dadurch geschehen, dass man nun die Schweizer Lieferanten vor Ort ansprechen könne. Mit dem persönlich Ansprechpartner, der die lokalen Rahmenbedingungen kennt, soll das Vertrauen aufgebaut werden.

Es wird interessant sein zu sehen, welche Auswirkungen dieser neue B2B-Marktplatz haben wird. Erste Konsequnzen hatte Thomas Czekala, Verwaltungsrat von ProSeller, schon in einer Deutung des monatlichen ICT-Reseller-Index im letzten Mai gewagt und den Wandel des traditionellen Resellers angemahnt.

Er schrieb, dass sich gerade im B2B-Umfeld Marktplätze immer weiter verbreiten. Neben Amazon Business hätten sich bereits andere grosse Player wie Mercateo auf diesem Gebiet damals noch ausschliesslich im Ausland etabliert. Digitec, aber auch Brack, versuchten sich in der Schweiz, schob er nach. Und auch Concerto Buy sei letztendlich ein Marktplatz, auf dem Kaufentscheidungen von über einer Milliarde Franken pro Jahr getroffen werden.

Die Folge sei, so Czekala vor fast einem Jahr, dass Reseller sich "neben dem neuen Rollenverständnis auch überlegen (müssen), mit welchen Netzwerk- und Marktplatzpartnern sie zukünftig zusammenarbeiten wollen". Weiter alleine alle Themen bei allen Kunden zu bedienen, wird selbst für die ganz Grossen immer schwieriger werden, so das Fazit des ProSeller-Verwaltungsrats. (vri)