Intel lässt Itanium endgültig sterben

Intel hat in einer Nachricht an Serverhersteller das endgültige Produktionsende für seine Itanium-CPUs angekündigt, wie 'The Register' berichtet. Die letzten Bestellungen will Intel am 30. Januar 2020 entgegennehmen, die letzten Auslieferungen sollen am 29. Juli 2021 erfolgen. Laut 'The Register' betrifft die Intel-Notiz die vier neusten und bisher letzten Itanium-Modelle, die Intel noch 2017 lanciert hatte.
 
Immerhin ermöglicht Intel damit wohl HPE, dem letzten Hersteller von Itanium-Servern, sein 2017 abgegebenes Versprechen zu erfüllen, noch bis 2025 Itanium-Server zu supporten.
 
Itanium? Einigen unserer Leser dürfte dieser Name gar kein Begriff mehr sein. Und mancher andere dürfte überrascht davon sein, dass Intel immer noch Itaniums produziert. Intel hatte diese CPUs für High-end-Server zusammen mit HP entwickelt und im Jahr 2001 als Konkurrenz zu den Power-CPUs von IBM und den Solaris-CPUs von Sun lanciert. Die Hoffnung von Intel und HP war es damals, viele weitere Hersteller für die Plattform begeistern und Itaniums als Standard-CPUs im High-end-Bereich etablieren zu können, analog zu x86-CPUs im Standard-Server-Bereich. Die Nachfrage blieb aber weitgehend aus.
 
Der Anfang des langen Endes dieser Prozessorfamilie wurde dann 2011 von Oracle eingeleitet. Der Datenbankriese kündigte damals an, seine Produkte nicht mehr auf Itanium-Servern unterstützen zu wollen. Oracle behauptete unter anderem damals schon, Intel habe bereits das Produktionsende für die Itaniums beschlossen. Die Affäre löste einen jahrelangen Gerichtsstreit zwischen HP und Oracle aus, der letztlich mit einer empfindlichen Niederlage für Oracle endete. (hjm)