T-Systems schliesst RZ-Gross­transformation ab

Die IT-Sparte der Deutschen Telekom steht bekanntlich inmitten eines auf drei Jahre angelegten Umbauprozesses, dem bis zu 10'000 Stellen des Systemintegrators und Outsourcers zum Opfer fallen sollen.
 
Angesichts dieser Situation sind gute Nachrichten gefragt. Und davon berichtet T-Systems denn auch im RZ-Sektor. Nach sechs Jahren habe man die Anzahl seiner weltweiten Rechenzentren von 89 auf 13 reduziert, heisst es in einer Mitteilung.
 
In dieser Transformationsphase sind in der Schweiz 2017 die RZ-Räume in Langenthal und Bern nach Zollikofen verlegt worden, wie es auf Anfrage heisst. Der Konzern selbst spricht davon, das "weltgrösste Transformationsprojekt" gestemmt zu haben. Denn insgesamt seien 23'600 Server ohne Störung des Kundenbetriebs im Rahmen von 5'200 Projekte migriert worden. 60 Prozent dieser Projekte seien in Deutschland umgesetzt worden.
 
Mit dem strategischen Fokus auf die Cloud habe man Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich ermöglicht, heisst es in einer Mitteilung weiter. Heute adressiere man über das intelligente Managen von Infrastrukturen und Services Geschäftskunden genauso vor Ort wie in der private oder public Cloud.
 
Mit der nun deutlich effizienteren Infrastruktur-Technologie habe man zudem die Rechen- und Speicherkapazität um 25 Prozent erhöht. Die Migrationen seien in enger Abstimmung mit den betroffenen Kunden abgewickelt worden, die dabei ihren IT-Betrieb auf moderne Technik und schlankere Prozesse als bisher umstellen konnten, lobt sich T-Systems selbst.
 
Begründet wird die gestiegene Leistungsfähigkeit der RZs mit der technischen Entwicklung bei den Rechnern und Festplatten. Ausserdem sei man heute in der Lage, Kapazitäten aufgrund des nun umgesetzten Modul-Konzepts bei Bedarf zu erhöhen. Die RZ-Infrastrukturen seien konsequent auf die Cloud ausgerichtet. Mit den jetzt verfügbaren Zwillings-Rechenzentren, habe man zudem die Datensicherheit erhöht. Schliesslich wird noch erwähnt, dass dieses riesige Transformationsprojekt den CO2-Ausstoss für den RZ-Betrieb um 56 Prozent gesenkt habe.
 
Roger Waller, der in der Schweiz die Infrastructure-Services von T-Systems verantwortet, erklärt, dass der Betrieb der Schweizer Rechenzentren von T-Systems von strategischer Relevanz sei. Nicht nur habe man Kunden, die aufgrund rechtlicher Vorgaben die lokale Datenhaltung bevorzugen, man wolle das globale Cloud-Portfolio auch lokal verfügbar machen.
 
In einem kurzen Telefonat mit inside-channels.ch führt Waller aus, dass hierzulande weniger als fünf Stellen von der RZ-Konzentration betroffen gewesen seien. Davon sei ein Teil der Mitarbeitenden pensioniert oder in neuen Funktionen weiterbeschäftigt worden oder habe das Unternehmen verlassen. Das zweite RZ betreibt T-Systems übrigens nicht mehr selbst, sondern hat sich für das Backup beim RZ-Provider Bedag in Bern eingemietet.
 
Waller stellt übrigens klar, dass die RZ-Konsolidierung nicht mit der soeben angekündigten Mainframe-Partnerschaft mit IBM zu tun hat. (vri)